Thrombolyse: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 6. März 2024, 13:07 Uhr
Synonym: Lysetherapie
Englisch: thrombolysis
Definition
Unter Thrombolyse versteht man die Auflösung eines Thrombus mithilfe von Fibrinolytika (z.B. Alteplase oder Tenecteplase). Dies ist in der Regel nur bei kleinen, frischen Thromben möglich.
Einteilung
Unterschieden werden die systemische Thrombolyse, bei der das Medikament intravenös verabreicht wird und die lokale Thrombolyse (Katheterlyse), bei der das Medikament über einen Katheter direkt in das betroffene Gefäß appliziert wird. Die Katheterlyse wird häufig mit einer mechanischen Thrombusfragmentation und/oder -aspiration (mechanische Thrombektomie) durchgeführt. Man spricht hier auch von einer pharmakomechanischen Thrombolyse (PCDT).
siehe Hauptartikel: Katheterlyse
Indikationen
Die häufigste Indikation einer systemischen Thrombolyse ist der ischämische Schlaganfall: Sie ist indiziert innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn bzw. dem Zeitpunkt, an dem der Patient zuletzt gesund gesehen wurden.[1] Im Einzelfall kann eine Thrombolyse auch im sogenannten erweiterten Zeitfenster (4,5 - 9 Stunden nach Symptombeginn) oder, bei unklarem Zeitfenster, mit Bemerken der Symptome < 4,5 h als individueller Heilversuch bzw. als Off-Label-Therapie erwogen werden. Hierzu ist der Nachweis von Penumbra in CT oder MRT notwendig.
Weitere mögliche Einsatzgebiete der systemischen Thrombolyse sind:
- Lungenarterienembolie: im Falle einer Reanimationspflichtigkeit oder bei intermediär-hohem Risiko (sPESI ≥1, Rechtsherzbelastung und positive kardiale Biomarker) + Zeichen einer hämodynamischen Dekompensation im Verlauf, d.h. Eintreten einer Reanimationspflichtigkeit, persistierende Hypotension, Zeichen der verminderten Organperfusion und persistierender Katecholaminbedarf zur Aufrechterhaltung des systolischen Blutdrucks (≥ 90 mmHg)
- STEMI: aufgrund der praktisch flächendeckenden Möglichkeit einer primären perkutanen Koronarintervention (PCI) kommt die Thrombolyse nur in seltenen Einzelfällen zum Einsatz.
- Mesenterialvenenthrombose: in der Regel ist eine Antikoagulation mit unfraktioniertem Heparin ausreichend, sodass eine systemische Thrombolyse nicht notwendig ist.
Einsätze der Katheterlyse sind:
- Akute Mesenterialischämie ohne Peritonitis oder Darmwandnekrose
- akuter arterieller Extremitätenverschluss
- akute Nierenvenenthrombose
- Lungenarterienembolie: als Alternative zur systemischen Lyse, falls diese kontraindiziert ist und das interventionelle Verfahren verfügbar ist.
Komplikationen
Die wichtigste Komplikation der systemischen Thrombolyse ist eine nachfolgende Blutung. Nach intravenöser Lyse kommt es in bis zu 15 % der Fälle zu einer intrazerebralen Blutung.
Quellen
- ↑ S2e-Leitlinie Akuttherapie des ischämischen Schlaganfalls Deutsche Gesellschaft für Neurologie, 2022