Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ: Unterschied zwischen den Versionen

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''Synonym: Systolische Herzinsuffizienz''  
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'''''Englisch:''' heart failure with reduced ejection fraction''


Unter einer [[Herzinsuffizienz]] vom '''HFrEF-Typ''', kurz '''HF-rEF''' ("heart failure with reduced ejection fraction"), versteht man eine [[Herzinsuffizienz]] mit reduzierter linksventrikulärer [[Ejektionsfraktion]].
==Definition==
Unter einer '''Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ''', kurz '''HFrEF''' ("heart failure with reduced ejection fraction"), versteht man eine [[Herzinsuffizienz]] mit reduzierter linksventrikulärer [[Ejektionsfraktion]].


Die linksventrikuläre [[Ejektionsfraktion]] liegt bei HF-rEF unter 40%.
Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion ist bei der HFrEF ≤ 40 %.
'''2 Quellen'''


[https://leitlinien.dgk.org/2017/kommentar-zu-den-leitlinien-der-europaeischen-gesellschaft-fuer-kardiologie-esc-zur-diagnostik-und-behandlung-der-akuten-und-chronischen-herzinsuffizienz/]
== Hintergrund ==
https://leitlinien.dgk.org/2017/kommentar-zu-den-leitlinien-der-europaeischen-gesellschaft-fuer-kardiologie-esc-zur-diagnostik-und-behandlung-der-akuten-und-chronischen-herzinsuffizienz/
Die [[European Society of Cardiology]] (ESC) teilt die [[Herzinsuffizienz]] (HF) nach der Ejektionsfraktion in drei Typen ein:
* HF with preserved ejection fraction ([[HFpEF]]): LVEF ≥ 50 %
* HF with mildly reduced ejection fraction ([[HFmrEF]]): LVEF 41 - 49 %
*HF with a reduced ejection fraction (HFrEF): LVEF ≤ 40 %
 
== Pathophysiologie ==
Die zugrundeliegende Pathologie einer HFrEF ist oftmals ein [[Myokard|Myokardschaden]]. Dieser tritt beispielsweise aufgrund einer [[Ischämie]] ([[KHK]], [[Myokardinfarkt]]) oder einer [[Myokarditis]] auf und führt zu einer verminderten [[Kontraktion|Kontraktionsfähigkeit]] des Myokards, die wiederum in einem reduzierten [[Schlagvolumen]] resultiert.
 
==Therapie ==
 
=== Therapieziel ===
Die Behandlung der HFrEF zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen der Herzinsuffizienz zu behandeln und die [[Mortalität]] der Erkrankung zu senken. Insbesondere sollen Symptome gelindert, die Anzahl der Krankenhausaufenthalte reduziert und dadurch die [[Lebensqualität]] verbessert werden.
 
=== Medikamentöse Therapie ===
Neben der nicht-medikamentösen Basistherapie (u.a. [[Gewichtsreduktion]], [[Flüssigkeitsrestriktion|limitierte Flüssigkeitszufuhr]], angepasste körperliche Betätigung) erfolgt in erster Linie eine medikamentöse Therapie. Dazu gehört die Anwendung von [[ACE-Hemmer]]n oder [[Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitor]]en (ARNI) sowie [[Betablocker|Betablockern]] und [[Aldosteronantagonist]]en. Zusätzlich zu dieser Dreierkombination wird auch die Gabe der [[SGLT-2-Inhibitor]]en [[Dapagliflozin]] oder [[Empagliflozin]] für alle Patienten empfohlen. Bei einer [[Flüssigkeitsretention]] mit [[Ödem]]bildung werden zusätzlich [[Schleifendiuretikum|Schleifendiuretika]] verabreicht.
 
=== Invasive Therapie ===
Bestehen trotz der medikamentösen Therapie ausgeprägte Symptome und eine Ejektionsfraktion < 35 %, ist ggf. eine [[kardiale Resynchronisationstherapie]] (CRT) oder der prophylaktische Einsatz eines [[Implantierbarer Kardioverter-Defibrillator|implantierbaren Kardioverter-Defibrillators]] (ICD) indiziert. 
 
Je nach Ursache und Ausprägung der HFrEF können in bestimmten Fällen auch [[Intervention|Interventionen]] (z.B. [[perkutane transluminale Koronarangioplastie]]) oder operative Eingriffe wie [[Herzklappenrekonstruktion|Herzklappenrekonstruktionen]] oder [[Bypass-Operation|Bypass-Operationen]] erforderlich sein.
 
''siehe auch:'' [[Herzinsuffizienz#Therapie|Therapie der Herzinsuffizienz]]
 
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==Leitlinie==
*DGK: [https://leitlinien.dgk.org/2022/pocket-leitlinie-akute-und-chronische-herzinsuffizienz-version-2021/ Pocket-Leitlinie: Akute und chronische Herzinsuffizienz] (Version 2021)
 
==Literatur==
*Bauersachs J, Soltani S. [https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34825250/ <nowiki>Herzinsuffizienzleitlinien 2021 der ESC [Guidelines of the ESC 2021 on heart failure]</nowiki>]. Herz. 2021 Nov 25. German.
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
[[Fachgebiet:Kardiologie]]
[[Tag:Herzinsuffizienz]]
[[Tag:Herzinsuffizienz]]
[[Kategorie:3D-Modell]]

Aktuelle Version vom 19. März 2025, 15:20 Uhr

Synonym: Systolische Herzinsuffizienz
Englisch: heart failure with reduced ejection fraction

Definition

Unter einer Herzinsuffizienz vom HFrEF-Typ, kurz HFrEF ("heart failure with reduced ejection fraction"), versteht man eine Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion.

Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion ist bei der HFrEF ≤ 40 %.

Hintergrund

Die European Society of Cardiology (ESC) teilt die Herzinsuffizienz (HF) nach der Ejektionsfraktion in drei Typen ein:

  • HF with preserved ejection fraction (HFpEF): LVEF ≥ 50 %
  • HF with mildly reduced ejection fraction (HFmrEF): LVEF 41 - 49 %
  • HF with a reduced ejection fraction (HFrEF): LVEF ≤ 40 %

Pathophysiologie

Die zugrundeliegende Pathologie einer HFrEF ist oftmals ein Myokardschaden. Dieser tritt beispielsweise aufgrund einer Ischämie (KHK, Myokardinfarkt) oder einer Myokarditis auf und führt zu einer verminderten Kontraktionsfähigkeit des Myokards, die wiederum in einem reduzierten Schlagvolumen resultiert.

Therapie

Therapieziel

Die Behandlung der HFrEF zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen der Herzinsuffizienz zu behandeln und die Mortalität der Erkrankung zu senken. Insbesondere sollen Symptome gelindert, die Anzahl der Krankenhausaufenthalte reduziert und dadurch die Lebensqualität verbessert werden.

Medikamentöse Therapie

Neben der nicht-medikamentösen Basistherapie (u.a. Gewichtsreduktion, limitierte Flüssigkeitszufuhr, angepasste körperliche Betätigung) erfolgt in erster Linie eine medikamentöse Therapie. Dazu gehört die Anwendung von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI) sowie Betablockern und Aldosteronantagonisten. Zusätzlich zu dieser Dreierkombination wird auch die Gabe der SGLT-2-Inhibitoren Dapagliflozin oder Empagliflozin für alle Patienten empfohlen. Bei einer Flüssigkeitsretention mit Ödembildung werden zusätzlich Schleifendiuretika verabreicht.

Invasive Therapie

Bestehen trotz der medikamentösen Therapie ausgeprägte Symptome und eine Ejektionsfraktion < 35 %, ist ggf. eine kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) oder der prophylaktische Einsatz eines implantierbaren Kardioverter-Defibrillators (ICD) indiziert.

Je nach Ursache und Ausprägung der HFrEF können in bestimmten Fällen auch Interventionen (z.B. perkutane transluminale Koronarangioplastie) oder operative Eingriffe wie Herzklappenrekonstruktionen oder Bypass-Operationen erforderlich sein.

siehe auch: Therapie der Herzinsuffizienz

Vereinfachte Darstellung der HFrEF. Normale Ventrikelaktion als weiße Silhouette

Leitlinie

Literatur