Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.

Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

Unser Tipp: Genießt die Zeit mit der Familie! Wir wünschen euch fröhliche Feiertage!

Bis bald
Euer Flexikon-Team

Zentrale Mittelgesichtsfraktur

Englisch: central midfacial fracture

1 Definition

Unter einer zentralen Mittelgesichtsfraktur versteht man eine Fraktur im Bereich der Maxilla, die ein oder beidseitig auftreten und mit einer Beteiligung der Orbita und der vorderen Schädelbasis (Frontobasis) einhergehen kann.

2 Ätiopathogenese

Die zentrale Mittelgesichtsfraktur wird durch eine direkte Gewalteinwirkung auf die Maxilla hervorgerufen.

3 Einteilung

3.1 Horizontale Frakturen

Die horizontalen Frakturen werden nach Le Fort eingeteilt.

3.1.1 Le Fort I

Die Frakturlinie verläuft über dem harten Gaumen durch die Maxilla. Bei der Le Fort I Fraktur werden die Alveolarfortsätze vom Mittelgesicht abgetrennt.

3.1.2 Le Fort II

Bei dieser Form ist der Oberkiefer in Form einer Pyramide frakturiert. Die Fraktur verläuft dabei durch das Siebbein, den Boden der Orbita und die Vorderwand der Kieferhöhle. Möglich ist eine zusätzliche Beteiligung der Tränenwege, der Frontobasis und des Orbitainhalts.

3.1.3 Le Fort III

Die Le Fort III Fraktur imponiert durch den vollständigen Abriss des Gesichtsschädels von der Schädelbasis unter Beteiligung der Orbita. Eine Beteiligung von Jochbein, Siebbein, Frontobasis und Stirnhöhle ist möglich.

3.2 Vertikale Frakturen

Bei den vertikalen Frakturen handelt es sich um Frakturen, die senkrecht durch die Maxilla verlaufen. Die Nasenbeinfraktur kann ebenfalls den zentralen Mittelgesichtsfrakturen zugeordnet werden.

4 Klinik

Eine Fraktur des Oberkiefers führt zu Okklusionsstörungen. Wenn die Orbita beteiligt ist, sind Stufenbildungen des Orbitarandes, ein Absinken des Bulbus mit Doppelbildern, Parästhesien im Versorgungsgebiet des Nervus infraorbitalis und ein Monokelhämatom möglich.

Eine Beteilung der Frontobasis führt zum Brillenhämatom oder zum Monokelhämatom und zu Blutungen aus Mund und Nase. Je nach Verlauf der Frakturlinie sind auch eine Anosmie und eine Rhinoliquorrhoe möglich.

5 Diagnostik

Im Rahmen der Diagnostik wird eine Computertomographie durchgeführt; bei Verdacht auf Beteiligung der Orbita oder des intrakraniellen Raumes auch eine Magnetresonanztomographie. Zusätzlich sollten die Okklusion und die Beweglichkeit des Oberkiefers überprüft werden.

6 Therapie

Die zentrale Mittelgesichtsfraktur wird operativ versorgt. Ziel ist die Reposition und die Fixation der Frakturfragmente mittels Plattenosteosynthese bzw. Miniplattenosteosynthese.

Wichtig ist dabei das Einstellen der Okklusion (ggf. auch durch intermaxilläre Fixation) sowie die gründliche Versorgung von Begleitverletzungen z.B. der Orbita oder der Weichteile.

Wenn keine Therapie durchgeführt wird, oder die Therapie nicht adäquat ist, sind für den Patienten belastende Spätfolgen möglich. Dazu gehören z.B. Verformungen des Gesichts, anhaltende Doppelbilder, eine Reduktion des Visus, Sensibilitätsstörungen sowie ein Fehlbiss und sekundäre Arthropathien des Kiefergelenks. Diese Spätfolgen können komplizierte Operationen notwendig machen, die nicht immer zum Erfolg führen.

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