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Tuba uterina (Veterinärmedizin)

Synonyme: Eileiter, Salpinx

1 Definition

Als Tuba uterina oder Eileiter bezeichnet man den muskulösen Schlauch, der für die Weiterleitung der Eizelle vom Ovar zum Uterus zuständig ist.

2 Funktion

Der Eileiter ist ein enger häutig-muskulöser Schlauch, der dafür verantwortlich ist, dass die vom Over ausgestoßene Eizelle aufgenommen und dem Uterus zugeführt wird. In der Tuba uterina hat die Eizelle eine nur wenige Stunden umfassende Lebensdauer bzw. Befruchtungsfähigkeit.

Eine Befruchtung kann unter physiologischen Umständen nur im Eileiter stattfinden. Hierzu wandern die Samenzellen entgegen dem Flimmer- und Sekretstrom aktiv den Eileiter in Richtung Ovar hoch, um sich mit der Eizelle zu verbinden. Das im Anschluss als Spermovum bezeichnete befruchtete Ei verweilt auf dem Transport zum Uterus längere Zeit (tierartlich variabel zwischen 3 und 8 Tagen) im Eileiter. In dieser Phase finden bereits mehrere Stadien der Furchung statt.

3 Anatomie

3.1 Morphologie

An der Tuba uterina unterscheidet man folgende Abschnitte:

3.2 Befestigung

Die gesamte Tuba uterina wird von einer Serosafalte, die als Eileitergekröse (Mesosalpinx) bezeichnet wird, getragen. Als Teil des breiten Gebärmutterbandes (Ligamentum latum uteri) hebt sie sich als Sonderfalte von der lateralen Fläche des Mesovariums ab und zeigt sowohl in Ausdehnung als auch Größe artspezifische Unterschiede.

Die Mesosalpinx ist beim Hund besonders reich an Fettgewebe. Dieser Fettkörper hängt mit beträchtlichem Umfang kranial der Uterushornspitze von der dorsalen Bauchwand herab.

3.3 Versorgung

Der Eileiter wird über die Arteria ovarica, beim Fleischfresser zusätzlich noch über den Endast der Arteria uterina, mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Die venöse Drainage erfolgt über gleichnamige Venen. Die Hauptgefäße ziehen dorsal im Mesovarium eingebettet an die Tuba uterina heran.

Die Lymphe fließt in die regionären Lymphknoten ab, in die auch die Lymphe des Ovars einfließt. Hierfür sind v.a. die Lymphonodi iliaci mediales und lumbales aortici zuständig.

Die Innervation erfolgt über Fasern des vegetativen Plexus ovaricus.

3.4 Bursa ovarica

Die Mesosalpinx bildet - zusammen mit dem Ligamentum ovarii proprium, dem Mesovarium und dem Eierstock - die sogenannte Eierstocktasche (Bursa ovarica). Diese ist tierartlich unterschiedlich ausgebildet:

  • Stute: spaltförmig und von geringer Tiefe; beherbergt das große Ovarium nur teilweise
  • Wiederkäuer: erreicht schleierartig, zart und groß ausgebildet von lateral das Ovarium in beulenartiger Form
  • Schwein: ebenfalls schleierartig und zart ausgebildet, erreicht jedoch kapuzenförmig das Ovarium, das in der Tiefe zu liegen kommt
  • Fleischfresser: umschließt spaltförmig und sehr tief ausgebildet das Ovarium, sodass dieses von außen kaum mehr ersichtlich ist; es können nur mehr von medial einige Eileiterfransen zu sehen sein

4 Histologie

Der Eileiter zeigt histologisch einen vierschichtigen Aufbau, der funktionell an die speziellen Anforderungen angepasst ist.

  • Tunica mucosa: trägt ein einschichtiges prismatisches Epithel, das stellenweise mehrstufig ausgebildet und mit Kinozilien ausgestattet ist; während der Brunst zeigt es eine deutliche Sekretion; ist besonders faltenreich, v.a. im Bereich der Ampulle, sodass die hier liegenden hohen Längsfalten als Plicae tubariae bezeichnet werden
  • Tunica muscularis: aus glatten Muskelzellen aufgebaut; vorwiegend in zirkulären, aber auch in longitudinalen bzw. schräg verlaufenden Faserbündeln angeordnet; übernimmt (zusammen mit dem Flimmerstrom des Epithels) eine wichtige Funktion im Transport der Eizelle
  • Tela subserosa: Verschiebeschicht, die besonders gefäßreich ist
  • Tunica serosa: äußerste Schicht

5 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, Eugen Seiferle. Band II: Eingeweide. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.
  • Breit, Sabine, Künzel, Wolfgang. Grundlagen der Reproduktion und Endokrinologie (weiblicher Geschlechtsapparat), WS 2016/17.
  • König, Horst Erich, Hans-Georg Liebich. Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. Schattauer Verlag, 2014.
  • Salomon, Franz-Viktor, Geyer, Hans, Uwe Gille. Anatomie für die Tiermedizin. Enke-Verlag, 2005.

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