Trigonum scalenovertebrale
Synonyme: Skalenovertebraldreieck, Trigonum scaleno-vertebrale, Hippolyto-Nuntinante
Englisch: scalenovertebral triangle, triangle of the vertebral artery
Definition
Das Trigonum scalenovertebrale ist ein in der Tiefe gelegenes, dreieckiges anatomisches Areal in der seitlichen Halsregion (Regio cervicalis lateralis). Es gehört zu den sogenannten Halsdreiecken.
Anatomie
Das Trigonum scalenovertebrale wird von den folgenden anatomischen Strukturen begrenzt:
- medial: lateraler Rand des Musculus longus colli
- lateral: medialer Rand des Musculus scalenus anterior
- ventral: Clavicula und erster Abschnitt der Arteria subclavia
Die Arteria subclavia wird manchmal als Begrenzung, manchmal auch als Inhalt des Dreiecks gesehen. Zum "Boden" des Trigonum scalenovertebrale zählen die Pleurakuppel und der Hals der 1. Rippe. Im Bereich des Trigonum scalenovertebrale teilt sich die Fascia praevertebralis.
Inhalt
Die Strukturen, die sich innerhalb des Dreiecks befinden, werden in der anatomischen Literatur uneinheitlich beschrieben. Das liegt daran, dass einige Autoren Grenzstrukturen in unmittelbarer Nachbarschaft in das Dreieck einbeziehen, andere hingegen nicht. Darüber hinaus kann die Anatomie interindividuell variieren. Das Trigonum scalenovertebrale enthält u.a.:
- Gefäße
- Nerven/Ganglien
- Ganglion stellatum bzw. Ganglion cervicale inferius
- Ganglion cervicale medium
- Truncus sympathicus (zervikaler Anteil)
- Ansa subclavia
- Rami anteriores der Spinalnerven C8 und Th1
- Nervus phrenicus (Grenzstruktur)
- Nervus vagus (Grenzstruktur)
- Nervus cardiacus cervicalis inferior
- Nervus cardiacus cervicalis superior (Grenzstruktur)
- Nervus laryngeus recurrens (links)
Klinik
Das Trigonum scalenovertebrale bietet bei zervikothorakalen Eingriffen eine wichtige Orientierung. Aufgrund der engen Nachbarschaft zu Pleurakuppel, Arteria subclavia, Arteria vertebralis, Ductus thoracicus (links) sowie sympathischen und peripheren Nervenstrukturen besteht hier bei operativen Zugängen ein erhöhtes Risiko für Gefäßverletzungen, Pneumothorax, Chylothorax und iatrogene Nervenläsionen. Das Trigonum scalenovertebrale ist im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie die Zielregion einer Stellatumblockade.
Im Bereich des Trigonum scalenovertebrale können zusätzliche Halsrippen auftreten. Sie verursachen manchmal ein so genanntes Halsrippensyndrom (Naffziger-Syndrom).
Im Trigonum scalenovertebrale befinden sich auch die Nodi lymphoidei supraclaviculares, deren Abflussgefäße linksseitig unmittelbar in den Angulus venosus sinister einmünden. Diese können gelegentlich lymphogene Fernmetastasen eines Magenkarzinoms enthalten (Virchow-Lymphknoten).
Literatur
- Kikuta S, Iwanaga J, Kusukawa J, Tubbs RS. Triangles of the neck: a review with clinical/surgical applications. Anat Cell Biol. 2019 Jun;52(2):120-127. doi: 10.5115/acb.2019.52.2.120. Epub 2019 Jun 30. PMID: 31338227; PMCID: PMC6624334.
- Rusu MC, Munteanu IM, Vrapciu AD, Jianu AM, Hostiuc S, Tudose RC, Motoc AGM. Anatomy, Imaging, and Clinical Significance of the Cervicothoracic (Stellate) Ganglion. Diagnostics (Basel). 2025 Nov 17;15(22):2911. doi: 10.3390/diagnostics15222911. PMID: 41300935; PMCID: PMC12651590.