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Schrumpfniere

1 Definition

Eine Schrumpfniere ist definiert als ein Parenchymverlust der Niere des Erwachsenen auf ein Gewicht unter 80 Gramm. In der Regel ist ein vollständiger Funktionsverlust die Folge.

2 Pathogenese

Eine Schrumpfniere entsteht durch den Verlust von Nephronen mit anschließendem Umbau in bindegewebige Strukturen (Fibrose). Dabei kann man zwei unterschiedliche Entstehungswege unterscheiden:

  • Bei der sekundären Schrumpfniere kommt es durch andere Ursachen wie zum Beispiel bakterielle rezidivierende Entzündungen (Glomerulonephritis) zum bindegewebigen Umbau.

3 Morphologie

Makrospkopisch findet man bei der Schrumpfniere ein deutlich verkleinertes Organ, das im Endstadium weniger als 50 g wiegt (Normalwert > 150 g). Dabei bestehen meist Veränderungen an der Oberfläche der Niere, anhand derer man auf die Ursache der Schrumpfniere schließen kann. Diese makrospkopischen Befunde sollten jedoch immer durch histologische Untersuchungen bestätigt werden.

  • Bei gleichmäßig granulierten, rötlichen Befunden kommen eher Gefäßerkrankungen (primäre Schrumpfniere) in Frage.
  • Bei gleichmäßig granulierter Oberfläche mit gelbgrauer, blasser Farbe liegt meist eine sekundäre Schrumpfniere vor.
  • Ungleichmäßig vernarbte Befunde können sowohl entzündlich als auch vaskulär bedingt sein.

4 Diagnose

Im klinischen Bild zeigen sich die Folgen der Schrumpfniere in der Regel in einem Anstieg der Kreatinin- und Harnstoffspiegel. Ebenso nimmt das Harnzeitvolumen ab und es finden sich renale Hypertonien und Urämien. Kann die zweite Niere den Funktionsverlust der Schrumpfniere nicht kompensieren oder ist sie selbst eine Schrumpfniere, entsteht eine Niereninsuffizienz.

5 Therapie

Es ist keine Kausaltherapie mehr möglich, da verloren gegangenes Nierenparenchym zur Zeit (2008) nicht ersetzt werden kann. Die Behandlung der Niereninsuffizienz ist abhängig vom Schweregrad. Bei dekompensierter Niereninsuffizienz besteht eine Indikation zur Hämodialyse oder ggf. einer Nierentransplantation.

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