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Retapamulin

Systematische Bezeichnung: 14-(exo-8-Methyl-8-azabicyclo[3.2.1]oct-3-ylsulfanyl)mutilinacetat

1 Definition

Retapamulin ist ein Antibiotikum, das aus dem Pilz Pleurotus mutilus erstmals 1951 isoliert wurde. Es ist das erste in klinischer Erprobung befindliche Antibiotikum aus der Gruppe der Pleuromutiline.

2 Wirkungsmechanismus

Retapamulin bindet an die 50S-Untereinheit der 70S-Ribosomen von Bakterien und inhibiert somit die Proteinbiosynthese der Bakterien.

3 Klinische Erprobung

Seit 2005 wird die antibiotische Wirkung des Retapamulins klinisch getestet.

Retapamulin ist in vitro wirksam gegen Bakterienstämme mit hoher Resistenzentwicklung, wie Staphylococcus aureus und Streptokokken. Besonders wirksam ist Retapamulin bei topischer Anwendung bei Hautinfektionen (z.B. Impetigo contagiosa bei Kindern).

Hier ist Retapamulin besonders wirksam gegenüber Bakterien, die bereits gegen eine Vielzahl von Wirkstoffen wie Methicillin, Erythromycin, Fusidinsäure, Mupirocin, Azithromycin und Levofloxacin resistent sind, unter anderem auch gegen MRSA.

Daraus ergeben sich insbesondere auch neue therapeutische Aspekte bei der Behandlung einer Acne vulgaris.

4 Wirkungsspektrum

Zu den Retapamulin-sensitiven Bakterien zählen besonders Streptococcus agalactiae, Staphylococcus epidermidis, Propionibacterium spp., Prevotella spp., Porphyromonas spp. und Fusobacterium spp..

Offensichtlich unwirksam ist Retapamulin gegenüber gramnegativen Bakterien wie z.B. Escherichia coli und Haemophilus influenzae.

5 Literatur

  • Drugs of the Future 2006, 31(2), 107-113

Tags:

Fachgebiete: Pharmazie

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