Bis zum 10. Januar steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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Liebe Autoren,

Wir sind auf der Suche nach Schnee in Richtung Nordpol gefahren. Deswegen steht das Flexikon vom 14.12. bis 10.01.2019 nur im Lesemodus zur Verfügung. Ab dem 10. Januar könnt ihr wieder mit voller Kraft losschreiben.

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Methicillin

Synonyme: Meticillin, BRL1241
ehemaliger Handelsname: Celbenin

1 Definition

Methicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der β-Laktam-Antibiotika mit schmalem Wirkspektrum. Als erstes verfügbares penicillinasefestes Penicillin wurde es insbesondere für die Therapie von Staphylokokkeninfektionen eingesetzt. Heute (2014) ist Methicillin nicht mehr als Arzneimittel auf dem Markt erhältlich. Seine klinische Bedeutung hat es heutzutage vor allem als Indikatorsubstanz bei der MRSA-Resistenztestung.

2 Geschichte

Methicillin wurde 1959 durch das britische Pharmaunternehmen Beecham entwickelt. Nach anfänglicher Euphorie zeigten sich jedoch auch für dieses Antibiotikum schon bald nach seiner Zulassung erste Resistenzen. Nach dem neuere penicillinasefeste Penicilline wie Oxacillin und Flucloxacillin entwickelt wurden, die auch per os applizierbar waren und ein günstigeres Nebenwirkungsprofil aufwiesen, verlor Methicillin seine klinische Bedeutung und wurde in der Folge vom Markt genommen.

In einer klinischen Studie, die Anfang der 1960er Jahre - unmittelbar nach Einführung von Methicillin - durchgeführt wurde, findet sich folgendes Zitat:

  • [Methicillin] may be regarded as unlikely to produce resistant strains of staphylococcus aureus and therefore will continue as a permanent weapon against a foe that demands respect.[1]

Es ist bezeichnend für die damalige Naivität bezüglich bakterieller Resistenzentwicklung, dass hier vom Autor ausgerechnet Methicillin als "Wunderwaffe" gegen Staphylococcus aureus gepriesen wird, während die Substanz heute bei Klinikern hauptsächlich mit MRSA assoziert ist, einem der häufigsten nosokomialen Problemkeime unserer Zeit.

3 Wirkmechanismus

Wie alle β-Laktam-Antibiotika wirkt Methicillin bakterizid auf proliferierende Bakterien, indem es als falsches Substrat die Transpeptidase blockiert und dadurch den Zellwandaufbau beeinträchtigt.

Ursprünglich bestand seine Besonderheit darin, dass es dass erste Penicllin war, welches nicht durch penicillinasebildende Bakterien, insbesondere Staphylococcus aureus inaktiviert werden konnte. Diese Eigenschaft penicillinasestabiler β-Laktame ist bedingt durch eine zusätzliche Seitenkette, die den β-Laktam-Ring räumlich abschirmt und somit eine Hydrolyse durch Penicillinasen verhindert.

4 Pharmakologie

Da Methicillin nicht säurefest ist, kann es nur parenteral appliziert werden. Eine unerwünschte Nebenwirkung, die im Vergleich mit anderen Penicillinderivaten häufiger vorkommt, ist die interstitielle Nephritis.

Anstatt Methicillin werden bei Staphylokokkeninfektionen heute folgende Wirkstoffe angewendet:

5 Quellen

  1. Montgomery, D. 1962. Clinical trial of BRL 1241 (Celebinin) Irish Journal of Medical Science, Volume 37, Issue 5, 221-223

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