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Pulley-Läsion

von englisch: pulley - Flaschenzug
Synonym: Pulley-Verletzung
Englisch: biceps pulley injury, biceps pulley lesion, biceps pulley tear

1. Definition

Als Pulley-Läsion bezeichnet man Verletzungen der Rotatorenintervallschlinge (Pulley-Komplex). Dieser kapsuloligamentärer Komplex fixiert die lange Sehne des Musculus biceps brachii in ihrer Position im Sulcus intertubercularis humeri.

2. Anatomie

Das Rotatorenintervall ist eine dreieckige Muskellü­cke der Schultergelenkskapsel, die gemeinsam mit dem Li­gamentum gleno­humera­le superius (SGHL) und dem Ligamentum coracohumerale (CHL) die Rotatorenintervallschlinge formen. Sie umschließt die in der Gelenkkapsel verlaufende, lange Bizepssehne.

3. Epidemiologie

Allgemeine Angaben zur Prävalenz der Pulley-Läsion existieren nicht. Ein retrospektive Analyse von mehr als 1.000 diagnostischen Schultergelenksarthroskopien konnte in 7 % der Fälle eine Pulley-Läsion nachweisen.[1]

4. Ätiologie

Eine Schädigung des Pulley-Komplexes tritt meist akut-traumatisch auf, v.a. beim Sturz auf den innen- oder außenrotierten extendierten Arm. Sie ist aber auch sekundär nach Rotatorenmanschettenrupturen und durch chronische Mikrotraumata möglich. Eine vorliegende Omarthrose kann die Entstehung einer Pulley-Läsion begünstigen.

5. Einteilung

5.1. ...nach Habermayer

Je nach geschädigter Struktur werden nach Habermeyer vier Typen der Pulley-Läsion unterschieden:[2]

  • Typ I: isolierte Ruptur des SGHL
  • Typ II: Ruptur des SGHL und gelenkseitige Partialruptur der ventralen Supraspinatussehne
  • Typ III: Ruptur von SGHL und gelenkseitige Partialruptur der oberen Subscapularissehne
  • Typ IV: Schädigung von SGHL, gelenkseitige Partialruptur der ventralen Supraspinatussehne und der oberen Subscapularissehne

Jedes dieser Schädigungsmuster führt zur Destabilisierung der langen Bizepssehne. Dies kann zur Dislokation der Sehne vor den Musculus subscapularis führen. In der Folge ist eine Tendinopathie der Bizeps- und/oder Subscapularissehne möglich.

5.2. ...nach Bennett

Die Bennett-Klassifikation unterscheidet 5 Formen der Bizeps-Subluxationsinstabilität:[3]

  • Typ 1: Verletzung der intraartikulären Subscapularissehne ohne Beteiligung des medialen CHL
  • Typ 2: Verletzung der medialen Sehnenscheide (SGHL und mediales CHL) ohne Beteiligung der Subscapularissehne
  • Typ 3: Verletzung der medialen Sehnenscheide und der Subscapularissehne
  • Typ 4: Verletzung der Supraspinatusehne und des lateralen CHL
  • Typ 5: Verletzung aller beteiligten Strukturen (Subscapularissehne, mediale Sehnenscheide, Supraspinatussehne, laterales CHL)

6. Klinik

Das Leitsymptom sind Schmerzen im anterioren Schulterbereich.

7. Diagnostik

In der MRT werden Pulley-Läsionen meist durch die typischen gelenkseitigen Partialrupturen der Supraspinatus- oder Subscapularissehne erkannt. Die Instabilität der langen Bizepssehne führt zu einer Tendinopathie mit Signalanhebung der Sehne. Isolierte SGHL-Läsionen sind schwer zu diagnostizieren. Neben der fehlenden Abgrenzbarkeit des Bands im Rotatorenintervall kann ein pathologischer Kontakt der langen Bizepssehne zur Subscapularissehne im sagittalen Bild hinweisend sein.[4]

8. Therapie

Therapeutisch sind eine Bizepssehnentenotomie oder eine Rekonstruktion des Pulley-Komplexes möglich.

siehe auch: Verletzung des Rotatorenintervalls

9. Literatur

10. Quellen

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