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Mediastinalemphysem

(Weitergeleitet von Pneumomediastinum)

Synonym: Pneumomediastinum

1 Definition

Unter einem Mediastinalemphysem versteht man eine Luftansammlung im Mediastinum.

2 Ätiopathogenese

Das Mediastinalemphysem tritt am häufigsten im Rahmen einer maschinellen Beatmung auf. Ursächlich ist in der Regel ein alveolärer Überdruck, der z.B. auch durch Husten, ein Valsalva-Manöver oder durch ein stumpfes Thoraxtrauma hervorgerufen werden kann.

Weitere mögliche Ursachen sind:

Die Erkrankung beruht auf einem Übertritt von Luft in den Mediastinalraum, wobei diese am häufigsten aus dem Alveolarraum entstammt.

3 Pathophysiologie

In der Regel kommt es nicht zu einer Beeinflussung der Lungenfunktion.

4 Klinik

In vielen Fällen tritt das Mediastinalemphysem im Rahmen eines Pneumothorax oder eines Hautemphysem auf, verursacht dabei aber keine eigenen Symptome. Häufig ist bei der Palpation des Jugulums ein Knistern zu tasten.

Bei ausgeprägtem Mediastinalemphysem klagen die betroffenen Patienten über scharfe, perikardiale Schmerzen. Weiterhin kann bei ausgeprägtem Emphysem eine obere Einflussstauung beobachtet werden.

5 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte bei ausgeprägtem Emphysem an andere Ursachen von Thoraxschmerzen gedacht werden. Dazu gehören z.B. eine Perikarditis, ein akutes Koronarsyndrom oder auch eine Lungenembolie.

Weiterhin sollte eine Mediastinitis durch gasbildende Bakterien ausgeschlossen werden.

6 Diagnostik

Grundlegend sind Anamnese und klinische Untersuchung, bei der sich ggf. ein Knistern im Jugulum palpieren lässt.

Weiterhin sollte Röntgenbilder des Thorax im sagittalen und lateralen Strahlengang aufgenommen werden, auf dem die mediastinalen Gefäße und die Trachea durch eine Luftansammlung markiert werden. Das Perikard lässt sich ebenfalls durch eine intraperikardiale Luftansammlung abgrenzen ebenso wie der rechte Herzvorhof vom Zwerchfell.

Zusätzlich sollte das Blut untersucht und die Entzündungsparameter (Leukozyten, BSG und CRP) abgenommen werden.

7 Therapie

Grundlegend ist die Behandlung der Grunderkrankung. Dazu gehört z.B. die Naht einer Ruptur des Ösophagus oder der Trachea sowie ein adäquates Beatmungsmanagement. Wenn die Patienten symptomfrei sind, ist in der Regel keine Behandlung erforderlich.

Bei ausgeprägten Schmerzen sollte eine Inzision kranial des Sternums durchgeführt und eine Kanüle ins Mediastinum vorgeschoben werden, durch die die Luft entweichen kann.

8 Prognose

Die Ursache bestimmt die Prognose. Patienten mit einer Ruptur des Ösophagus oder der Trachea entwickeln häufig eine bakterielle Mediastinitis.

Fachgebiete: Innere Medizin

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