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Pfortaderkreislauf

Synonyme: Hepatisches Portalsystem, Pfortadersystem
Englisch: portal venous system

1 Definition

Der Pfortaderkreislauf ist ein venöser Blutkreislauf, der das Blut aus dem gesamten Magen-Darm-Trakt und der Milz über die Pfortader (Vena portae) zunächst der Leber und von dort der unteren Hohlvene (Vena cava inferior) zuführt. Er gehört zu den so genannten Portalgefäßsystemen.

2 Hintergrund

Der Pfortaderkreislauf ist ein "Nebenzweig" des großen Körperkreislaufs. Er sorgt dafür, dass nährstoffreiches Blut aus der Vena mesenterica superior und der Vena mesenterica inferior, sowie Blut aus der Vena lienalis erst eine Leberpassage durchläuft, bevor es in die Vena cava inferior und damit in den großen Körperkreislauf gelangt. Damit durchläuft das Blut im Pfortaderkreislauf zweimal ein Kapillarbett: Zuerst das Kapillarbett des Darms, dann das Kapillarbett der Leber.

Sinn des Pfortaderkreislauf ist es, der Leber direkt die im Darm aufgenommenen Nährstoffe zur Verstoffwechselung zuzuführen. Das gleiche gilt für evtl. Giftstoffe: Sie werden in der Leber abgebaut, bevor sie in den eigentlichen Blutkreislauf gelangen.

Bei Medikamenten kann die Leberpassage zur Folge haben, dass sie teilweise oder auch komplett metabolisiert werden, bevor sie an ihre Zielorgane gelangen. Das bezeichnet man als "First-Pass-Effekt".

3 Klinik

Bei krankhaften Veränderungen des Leberparenchyms, etwa bei der Leberzirrhose, kommt es zu einer portalen Hypertension. In der Folge fließt das Blut über Umgehungskreisläufe, sogenannte portokavale Anastomosen, in Richtung Herz. Beispiele sind die erweiterten Periumbilikalvenen (Caput medusae), die Ösophagusvarizen und die erweiterten Venae rectales.

4 Andere Portalgefäßsysteme

Neben dem klassischen Pfortadersystem der Leber finden wir beim Menschen noch 2 weitere solche Systeme:

Bei Vögeln, Reptilien und Amphibien existiert außerdem ein weiterer Pfortaderkreislauf in der Niere. Er kommt beim Menschen nicht vor.

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