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Perubalsam

Synonym: Balsamum peruvianum

1 Definition

Perubalsam ist ein Ausscheidungsprodukt des Balsambaumes. Es wird unter anderem als pflanzlicher Arzneistoff eingesetzt, weist jedoch ein hohes allergenes Potential auf.

2 Gewinnung

Der Perubalsam wird von November bis April von etwa 10 Jahre alten Balsambäumen (Myroxylon balsamum (L.) Harms) gewonnen, die in Mittel- bis Südamerika und Südostasien zu finden sind. Die Bäume werden dafür stellenweise entrindet und eingeritzt, wodurch ein Reiz gesetzt wird, der die Balsamproduktion anregt. Verstärkt werden kann dieser Effekt durch das zusätzliche Anschwelen der Bäume. Das Harz, das von den Bäumen zum Verschluss des Defektes produziert wird, wird mit Lappen aufgenommen. Durch Auskochen und Auspressen der Lappen wird anschließend der Perubalsam gewonnen.

3 Eigenschaften

Der zähflüssige, braune, wohlriechende Perubalsam besteht aus etwa 250 Einzelsubstanzen. Den Hauptbestandteil bildet mit 45-70% ein Estergemisch aus Benzylestern der Benzoesäure und Zimtsäure. Zu 20-30% liegt ein nicht vollständig charakterisiertes Gemisch vor, das unter anderem Nerolidol, Zimtsäure, Benzoesäure, Vanillin, Farnesol und Cumarin enthält.

Perubalsam ist in Wasser unlöslich und in Ethanol leicht löslich.

4 Wirkung

Dem Perubalsam werden antimikrobielle, antiparasitäre, wundheilungs- und granulationsfördernde Eigenschaften zugesprochen.

5 Anwendungsgebiete

Perubalsam kommt in Salben zur Pflege von Haut und Schleimhäuten sowie in Salben zur Unterstützung der Wundheilung vor. Solche Salben werden beispielsweise bei Verbrennungen, Schrunden, Abszessen, Furunkeln, Hämorrhoiden, Frostbeulen und nach Zahnextraktionen angewandt.

Außerdem wird Perubalsam als Geruchs- oder Aromastoff eingesetzt. Seit 2005 ist seine Anwendung als Duftinhaltsstoff in der EU jedoch verboten. Stattdessen kommt Perubalsamöl zum Einsatz, das aus dem Balsam destilliert wird. Dieses weist ein wesentlich geringeres Sensibilisierungsrisiko auf.

6 Nebenwirkungen

Der Perubalsam ist ein bekanntes Kontaktallergen, das eine allergische Kontaktdermatitis, sowie weitere Hautreaktionen, wie zum Beispiel Lichtdermatosen oder phototoxische Reaktionen hervorrufen kann. Selten können Angioödeme oder bronchokonstriktorische und anaphylaktische Reaktionen auftreten. Aufgrund seines hohen allergenen Potenzials ist seine Anwendung daher inzwischen deutlich rückläufig und wird nur noch sehr eingeschränkt empfohlen.

7 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Dezember 2020 um 11:53 Uhr bearbeitet.

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