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Paroxysmale Tachykardie

Synonym: anfallsweises Herzrasen

1 Definition

Als paroxysmale Tachykardie wird das plötzliche, anfallsweise Auftreten einer stark beschleunigten Herzaktivität bezeichnet. Die paroxysmale Tachykardie gehört zu den supraventrikulären Herzrhythmusstörungen.

2 Einteilung

2.1 ...nach Form

Man kann bei der paroxysmalen Tachykardie zwei Formen unterscheiden:

Beim Typ Bouvret-Hoffmann, welcher auch als essentieller Typ bezeichnet wird, ist ein abrupter Beginn und ein abruptes Ende zu beobachten. Beim Typ Gallavardin treten gehäuft Extrasystolen während des Beginns und zum Ende der tachykarden Episode auf.

2.2 ...nach Ursprung der Erregung

Des weiteren unterscheidet man nach dem Ursprung der Rhythmusstörung:

Bei einer supraventrikulären Tachykardie liegt der Erregungsursprung im Sinusknoten, Atrioventrikular-Knoten oder His-Bündel, bei einer ventrikulären Tachykardie weiter peripher in den Tawara-Schenkeln, Purkinje-Fasern oder im Myokard selbst.

3 Ursachen

Der ventrikulären paroxysmalen Tachykardie liegt in der Regel eine organische Herzerkrankung zugrunde. Die supraventrikuläre Form entsteht häufig durch angeborene elektrische Leitungsstörungen bzw. durch eine genetische Prädisposition.

4 Symptome

Die Patienten klagen während der Anfälle häufig über Dyspnoe, Schwindel, Schweißausbrüche und Angst. Objektiv lassen sich während dieser Anfälle Herzfrequenzen von 160 bis 220 Schlägen pro Minuten messen.

Die Anfallsdauer kann zwischen Minuten und Tagen liegen und zum Teil auch durch den Patienten selbst durch einen Lagewechsel oder ähnliches beendet werden. In einigen Fällen ist allerdings auch eine medikamentöse Intervention erforderlich.

5 Diagnostik

Die Diagnostik der paroxysmalen Tachykardie gestaltet sich außerhalb der Anfälle eher schwierig, da zu diesem Zeitpunkt in den meisten Fällen ein normales EKG vorliegt. Ein Langzeit-EKG oder in Einzelfällen ein Event-Recorder können in diesem Zusammenhang wegweisend sein.

Da die paroxysmale Tachykardie durch verschiedene andere Erkrankungen, wie Hyperthyreose, Überdosierung von Medikamenten (z.B. Digitalis) oder auch ein Präexzitationssyndrom, begünstigt werden kann, sollten in diesem Bereich ebenfalls abklärende Untersuchungen erfolgen.

6 Risiko

Durch die hohe Herzfrequenz während des Anfalls kann es unter Umständen zu einem kardiogenen Schock oder zum Kammerflimmern kommen.

7 Therapie

Das Valsalva-Manöver sowie andere Methoden der Vagusstimulierung können im akuten Anfall helfen. Sollte der Anfall trotzdem nicht zu durchbrechen sein, so ist eine rasche medikamentöse Therapie mit Adenosin intravenös erfolgen.

In der Langzeittherapie können Beta-Blocker sowie Antiarrhythmika wie Amiodaron sinnvoll sein.

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