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Paraquat

Handelsnamen: Duanti®, Gramixel®, Reglone® u.a.

1 Definition

Paraquat ist eine quartäre Ammoniumverbindung, die in der Landwirtschaft als Herbizid, genauer gesagt als Kontaktherbizid eingesetzt wird. Weitere Einsatzgebiete sind die Trocknung von Pflanzenmaterial und das Freihalten von Brandschneisen.

2 Biochemie

Paraquat hat die Summenformel C12H14N2. Seine Wirkung als Herbizid entsteht durch Interaktion mit dem Photosystem I, einem Proteinkomplex in pflanzlichen Chloroplasten, der an der Photosynthese beteiligt ist. Das Photosystem überträgt Elektronen auf das Paraquat-Kation, wodurch die radikalische Form entsteht. Diese wiederrum überträgt das Elektron auf Sauerstoff, der während der Photosynthese in großem Umfang entsteht. Das gebildete Superoxid schädigt vor allem Membranlipide, wodurch die Pflanzenzellen auf Dauer absterben.

3 Vergiftung

Früher traten Vergiftungen mit Paraquat durch Verwechslung mit Cola- oder Rotweingetränken (rot-braune Farbe) auf. Heute wird die Substanz bläulich gefärbt, besitzt einen stechenden Geruch sowie ein schnell wirkendes Brechmittel. Neben der akzidentiellen Aufnahme muss die Aufnahme in suizidaler Absicht erwähnt werden.

3.1 Symptome

3.2 Therapie

Bei einer Paraquatvergiftung muss eine Sauerstoffgabe gut abgewogen werden, da sie zu einer Fibrosierung der Lunge führt. Ursächlich hierfür ist die Anreicherung von Paraquat im Lungengewebe. Der Sauerstoff regeneriert das Paraquat durch Oxidation und führt gleichzeitig zur Bildung von Wasserstoffperoxid-Radikalen, die vor allem die Lunge, aber auch Leber und Niere schädigen. Therapeutische Optionen sind:

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