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Nabelschnurpunktion

Synonym: Cordozentese, Chordozentese
Englisch: umbilical cord puncture

1 Definition

Der Begriff der Nabelschnurpunktion beschreibt die Entnahme von fetalem Blut aus der Nabelschnur zur pränatalen Diagnostik.

2 Untersuchung

In der Pränataldiagnostik kann eine Punktion der Nabelschnur eingesetzt werden, um bei verschiedenen Verdachtsdiagnosen die fetalen (Blut-)Werte bestimmen zu können. Mit der gewonnenen Blutprobe können z.B. Blutgruppenbestimmungen, Antikörpernachweise, Infektionsnachweise, Erythrozyten- und Leukozytenzahlbestimmungen und in besonderen Fällen auch Untersuchungen der Chromosomen durchgeführt werden.

Über eine Cordozentese können auch Medikamente in den fetalen Kreislauf eingebracht, oder intrauterine Transfusionen z.B. im Rahmen der Therapie eines Morbus haemolyticus neonatorum oder einer fetalen Alloimmun-Thrombozytopenie durchgeführt werden.

3 Durchführung

Eine Nabelschnurpunktion wird mit Hilfe des Ultraschall durchgeführt. Die Punktion erfolgt durch die Bauchdecke der Mutter hindurch. Die Nadel wird dabei in die Nabelschnurvene (Vena umbilicalis) eingebracht und anschliessend etwa 1 bis 2 ml Blut entnommen. Die Analyse erfolgt im Labor.

Die Durchführung ist etwa ab der 18. Schwangerschaftswoche möglich.

4 Risiko

Die Nabelschnurpunktion ist mit einer Erhöhung des Fehlgeburtenrisikos verbunden und liegt bei ungefähr 1%. Andere Untersuchungen sprechen von einem Risiko zwischen 0,5% und 3%. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass sich die Erhöhung des Fehlgeburtenrisikos mit zunehmender Schwangerschaftswoche reduziert.

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