Meckelin
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LoslegenSynonyme: TMEM67, MKS3
Englisch: meckelin, transmembrane protein 67
Definition
Meckelin ist ein Transmembranprotein des primären Ziliums, das an dessen Basis – in der Transitionszone – lokalisiert ist. Es ist für die Ziliogenese essenziell. Biallelische pathogene Varianten verursachen verschiedene autosomal-rezessive Ziliopathien. Dazu zählen u.a. das Joubert-Syndrom Typ 6, das COACH-Syndrom, das Meckel-Syndrom Typ 3 und die Nephronophthisis Typ 11.
Biochemie
Meckelin ist ein 995 Aminosäuren langes Glykoprotein mit einer berechneten (unglykosylierten) Masse von rund 108 kDa.[1] Es gliedert sich in eine große extrazelluläre Domäne, sieben Transmembrandomänen und einen kurzen zytoplasmatischen C-Terminus.
Funktion
Meckelin ist an der Transitionszone an der Basis des primären Ziliums lokalisiert, wo es zusammen mit weiteren Proteinen (u.a. MKS1, TMEM216, CC2D2A, RPGRIP1L, CEP290) ein Modul bildet, das den Proteinübertritt in das Zilium kontrolliert.[2] Funktionell ist es beteiligt an:
- der Ziliogenese und der Migration der Zentriolen bzw. des Basalkörpers zur apikalen Zellmembran[2]
- der Regulation des nicht-kanonischen Wnt-Signalwegs und der planaren Zellpolarität
Klinische Bedeutung
Pathogene TMEM67-Varianten verursachen ein breites Spektrum autosomal-rezessiver Ziliopathien:[3]
Joubert-Syndrom Typ 6
- Entwicklungsverzögerung und muskuläre Hypotonie
- Ataxie und abnorme Augenbewegungen
- charakteristisches Molar-Tooth-Sign in der MRT
- variable Nieren-, Leber- und Augenbeteiligung
COACH-Syndrom
- Kombination aus Joubert-Syndrom und kongenitaler Leberfibrose[4]
Meckel-Syndrom Typ 3
- Schwere, meist perinatal letale Verlaufsform mit Enzephalozele, zystischen Nieren, Polydaktylie und Leberfehlbildungen
Weitere Ziliopathien
Vereinzelt wurden TMEM67-Varianten beim RHYNS-Syndrom (Retinitis pigmentosa, Hypopituitarismus, Nephronophthisis, Skelettdysplasie) beschrieben.[5]
Der Nachweis erfolgt molekulargenetisch (Genpanel-, Exom- oder Genomsequenzierung). Die Therapie der zugrunde liegenden Ziliopathien ist symptomorientiert.[6]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Smith UM, Consugar M, Tee LJ, et al. The transmembrane protein meckelin (MKS3) is mutated in Meckel-Gruber syndrome and the wpk rat. Nat Genet. 2006;38(2):191–196.
- ↑ 2,0 2,1 NCBI Gene: TMEM67, abgerufen am 31.08.2026.
- ↑ Abdelhamed ZA, et al. The Meckel-Gruber syndrome protein TMEM67 controls basal body positioning and epithelial branching morphogenesis in mice via the non-canonical Wnt pathway. Dis Model Mech. 2015;8(6):527–541.
- ↑ Brancati F, et al. MKS3/TMEM67 mutations are a major cause of COACH syndrome, a Joubert syndrome related disorder with liver involvement. Hum Mutat. 2009;30(2):E432–E442.
- ↑ Brancati F, et al. Biallelic variants in the ciliary gene TMEM67 cause RHYNS syndrome. Eur J Hum Genet. 2018;26(10):1266–1271.
- ↑ GeneReviews®: Joubert Syndrome, abgerufen am 31.08.2026.