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Lungenmetastase

(Weitergeleitet von Lungenmetastasen)

Synonym: Lungenfilia
Englisch: lung metastasis

1 Definition

Lungenmetastasen sind Tumorabsiedelungen (Metastasen) in der Lunge. Wenn sie von einem Lungentumor stammen, werden sie als primäre Metastasen bezeichnet. Ist ihr Ursprung ein Tumor ausserhalb der Lunge, spricht man von sekundären Lungenmetastasen.

2 Epidemiologie

30-40% aller Patienten mit metastasierenden Karzinomen zeigen Lungenmetastasen. So haben zum Beispiel 40% der Patienten mit einem Pankreaskarzinom oder einem Uteruskarzinom Lungenmetastasen in der Autopsie.

Die Häufigkeitsverteilung der Lungenmetastasierung bei unterschiedlichen Karzinomen ermöglicht es bei Erstbefund einer Lungenmetastase Rückschlüsse auf den Primärtumor zu ziehen und diesen zu detektieren.

3 Ätiologie

Lungenmetastasen von Nichtlungentumoren entstehen durch Invasion, lymphogene Ausbreitung und hämatogene Streuung.

Der wichtigste Entstehungsweg ist dabei die hämatogene Ausbreitung, welche auch als hämatogene Metastasierung bezeichnet wird. Grundlage dieser Ausbreitung ist die sogenannte Soil-and-Seed-Theorie. Danach passen Tumorzelle und Wirtsorgane hinsichtlich Oberflächeneigenschaften, Antigeneigenschaften und Zelladhäsionsmolekülen zusammen. Eine hämatogene Metastasierung findet sich vorrangig bei Sarkomen, Nierenzellkarzinomen, plazentaren Chorionkarzinomen, Schilddrüsenkarzinomen, Mammakarzinomen und Bronchialkarzinomen.

Die lymphogene Metastasierung über den Ductus thoracicus oder über mediastinale Lymphknoten findet man beim Hodenkarzinom, bei Lymphomen sowie beim Mammakarzinom und beim Bronchialkarzinom.

Die Invasion, auch als direkte Ausbreitung beschrieben, stellt einen Tumordurchbruch, Tumoreinbruch und eine Absiedelung aus benachbarten Tumorregionen dar, welche sich in direkter Nachbarschaft zur Lunge befinden. Hierzu gehören Brustwandtumore, Mediastinaltumore ausgehend von der Schilddrüse, dem Ösophagus und dem Thymus, Keimzelltumore, Lymphome, Magentumore und Lebertumore.

4 Beispiele für die Verteilung von Lungenmetastasen

Lungenkarzinome zeigen in 20-40% Lungenmetastasen ebenso wie die kolorektalen Karzinome, die Magen- und Pankreastumoren. Das Chorionkarzinom (Plazentatumor) zeigt sogar eine Lungenmetastasierung in 70-100% der Fälle. Hohe Lungenmetastasierungsraten weisen desweiteren das Hodenkarzinom mit 70-80% und die Nierenkarzinome mit 50-75% auf. Weniger häufig und im Prozentbereich der Lungenmetastasierung von 10-20% findet sich das Ovarialkarzinom. Die Lungenmetastasierung des Prostatakarzinoms schwankt zwischen 15 und 60%. Die 60%-Marke erreicht auch der Mammatumor.

5 Klinik

Die Klinik der Lungenmetastasen ist abhängig von ihrer Lokalisation. In der Regel bleiben Lungenmetastasen langezeit stumm und klinisch inapperent. Konventionell radiologisch sind sie zudem erst ab einer Größe von etwa 1cm detektierbar. Computertomographisch können sie früher erkannt werden und sind oft Zufallsbefunde. Häufig werden zuerst Lungenmetastasen diagnostiziert bevor der Primärtumor klinisch in Erscheinung getreten ist.

Die Patienten, welche eine klinische Symptomatik zeigen, klagen vor allem über uncharakteristischen therapieresistenten und langandauernden Husten, pleurale Schmerzen oder Dyspnoe bei Vorliegen eines Pleuraergusses. Bei der Lymphangiosis carcinomatosa sind die klinischen Symptome Husten und Dyspnoe sehr ausgeprägt.

6 Diagnostik

Die Diagnostik umfasst die gesammte Palette der Tumorsuche. In Abhängigkeit davon, ob bereits ein Primärtumor bekannt ist oder nicht.

7 Therapie

Die Therapie der Lungenmetastasen richtet sich nach dem zugrundeliegenden Primärtumor. Denn der Primärtumor bestimmt, ob Metastasen zum Beispiel gut auf eine Chemo- oder Strahlentherapie ansprechen. Operative Massnahmen hängen vom Ausmass der Metastasierung und der Lage der Metastasen ab.

Eine symptomatische Therapie ist immer angezeigt. Diese kann unter anderem in antitussiver Medikation oder Punktion eines Pleuraergusses liegen.

Fachgebiete: Onkologie

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