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Lichturtikaria

Synonym: Urticaria solaris

1 Definition

Die Lichturtikaria ist eine seltene idiopathische Photodermatose, bei der es wenige Minuten nach Lichtexposition zu urtikariellen Hautreaktionen kommt. Bei Belichtung des ganzen Körpers kann ein anaphylaktischer Schock ausgelöst werden.

2 Hintergrund

Eine Lichturtikaria kann durch sichtbares Licht oder UV-Licht induziert werden. Die meisten Patienten reagieren auf Ultraviolettstrahlung im Wellenlängenbereich von 315 bis 380 nm (UV-A) und sichtbares Licht.

3 Diagnose

Die Diagnose basiert auf der spezifischen Anamnese und dem klinischen Bild. Durch Testbestrahlungen mit Licht unterschiedlicher Wellenlänge (UV-A, UV-B, UV-C, sichtbares Licht) können das auslösende Spektrum und der kritische Schwellwert bestimmt werden. Er wird als minimale Urtikariadosis (MUD) bezeichnet.

Eine ergänzende Methode ist die In-vitro-Bestrahlung des Patientenplasmas oder -serums mit anschließener Reinjektion, die bei einigen Patienten eine urtikarielle Reaktion auslöst.

4 Differenzialdiagnosen

5 Therapie

Durch wiederholte Sonnenbestrahlungen kann eine Erschöpfung der Urtikaria erzielt werden, die als "Hardening" therapeutisch genutzt wird. Die dadurch erzielte Toleranz hält jedoch nur wenige Tage an, so dass die Bestrahlung ständig wiederholt werden muss, was spätere UV-Schäden der Haut begünstigt. Außerdem ist sie für den Patienten unangenehm.

Bei schweren Formen können mit Hilfe der Photochemotherapie (PUVA) längere Remissionen erreicht werden. Vor Beginn der Behandlung sollte eine Toleranz durch wiederholte Ganzkörperbestrahlungen erzeugt werden.

Eine Therapie mit Antihistaminika ist in der Regel unwirksam, da die meisten Patienten eine sehr niedrige UV-Schwelle haben. In klinischer Prüfung befinden sich Melanocortin-Rezeptor-Agonisten wie Afamelanotid.

Als ultima ratio kann - bei Nachweis eines Plasmafaktors, der die Typ-I-Reaktion vermittelt - eine Plasmapherese vorübergehende Besserung bringen.

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