Kalkmilchgalle
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Kalkmilchgalle
Die Kalkmilchgalle, auch als „Milk of Calcium Bile“ oder „Limy Bile“ bekannt, ist eine seltene Erkrankung, bei der sich in der Gallenblase eine dicke, pastöse, hochgradig röntgendichte Substanz ansammelt. Diese Substanz besteht nahezu ausschließlich aus Calciumcarbonat (CaCO₃).
Klinische und pathologische Merkmale
Die Kalkmilchgalle tritt meist bei einer leichten Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) auf, oft in Verbindung mit einer Verlegung des Ductus cysticus. Sie ist häufig mit einem Gallenblasenhydrops (Wasseransammlung) assoziiert. Der klinische Befund ist unspezifisch, häufig bestehen Schmerzen im rechten Oberbauch. Pathologisch entsteht die kalkreiche Galle direkt in der Schleimhaut der Gallenblase. Die genauen biochemischen Mechanismen, die zur Umwandlung der normalen Galle in eine calciumreiche, radioopake Substanz führen, sind noch nicht vollständig geklärt.
Diagnose durch Bildgebung
Die Diagnose erfolgt vor allem radiologisch. Auf dem konventionellen Röntgenbild und im CT erscheint die Substanz sehr dicht (hyperdicht). Ein charakteristisches Zeichen ist der „Ausrufezeichen-Befund“, der entsteht, wenn eine Kalkmilchgalle gleichzeitig mit einem Gallenwegsstein im Ductus choledochus vorliegt. Im Ultraschall zeigt sich eine echoreiche, heterogene Masse im unteren Gallenblasenabschnitt, die sich bei Lagewechsel absetzt – ein Merkmal, das von der Porzellangallenblase abgrenzt.
Differenzialdiagnose und Therapie
Wichtig ist die Abgrenzung zur Porzellangallenblase, bei der die Verkalkung in der Gallenblasenwand liegt und mit einem erhöhten Risiko für Gallenblasenkarzinom einhergeht. Bei der Kalkmilchgalle ist hingegen der Inhalt betroffen, und das Karzinomrisiko gilt als nicht erhöht. Obwohl die Kalkmilchgalle oft als benign verlaufen kann, wird aufgrund der assoziierten Erkrankungen (Hydrops, Cholezystitis) in der Regel eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) empfohlen.