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Intelligenzminderung

Synonyme: Oligophrenie, Minderbegabung
Englisch: Mental retardation

1 Definition

Unter einer Intelligenzminderung versteht man die mangelhafte Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten, die mit einem reduzierten Intelligenzquotienten einhergeht.

2 Epidemiologie

Es wird vermutet, dass ungefähr drei Prozent der Bevölkerung von einer Intelligenzminderung betroffen sind. Die Oligophrenie betrifft Männer häufiger als Frauen.

3 Ätiopathogenese

Häufig tritt die Oligophrenie idiopathisch auf. Sie kann sich jedoch auch im Rahmen eines Fragiles-X-Syndroms, Williams-Syndroms, einer Trisomie 21, einer Trisomie 18, einer Trisomie 13 oder im Rahmen einer Mukopolysaccharidose Typ II manifestieren.

Auch eine toxische Schädigung des Fetus während der Schwangerschaft (z.B. durch Alkohol oder Drogen) sowie eine pränatale Infektion mit CMV, Toxoplasmen u.a. können zu einer Minderbegabung führen.

Weitere mögliche Ursachen sind die traumatische oder hypoxische Schädigung des Gehirns während der Geburt.

4 Einteilung

Die Intelligenzminderung wird in vier verschiedene Grade eingeteilt. Bei einem Intelligenzquotienten von 50 bis 69 spricht man von leichter Intelligenzminderung, bei einem Quotienten von 35 bis 49 von einer mittelgradigen Oligophrenie. Bei einem IQ von 20- 34 liegt eine schwere Intelligenzminderung vor, bei einem IQ von unter 20 spricht man von einer schwerstgradigen Minderung.

5 Klinik

Die Klinik hängt stark vom Intelligenzquotienten ab. Leichtgradige Oligophrenien fallen häufig nur durch eine verzögerte Entwicklung auf. Die betroffenen Patienten sind in ihrem Alltag meist nur gering eingeschränkt und können in der Regel einen Schulabschluss erwerben. Menschen mit schwerstgradiger Intelligenzminderung werden hingegen häufig in Heimen für Schwerstpflegefälle versorgt, weil sie ihre Umwelt nicht verstehen und sich nicht verständlich machen können.

6 Differenzialdiagnose

Je nach Manifestation und Verlauf der Symptome sollte an eine Demenz gedacht werden. Im Gegensatz zur Minderbegabung, bei der die intellektuellen Fähigkeiten bereits zum Zeitpunkt der Geburt erniedrigt sind, kommt es bei der Demenz zu einem Abbau der im Leben erworbenen Fähigkeiten.

7 Diagnostik

Die Anamnese, in der nach der Entwicklung, dem Schulerfolg und nach dem Berufserfolg gefragt werden sollte, weist in der Regel auf die Diagnose hin. Durch einen Intelligenztest kann die Diagnose bestätigt werden.

Je nach Ursache können evtl. auch eine chromosomale und neurologische Untersuchungen notwendig werden.

8 Therapie

Die Therapie besteht in der Förderung des betroffenen Menschen (z.B. durch Förderschulen, besonderen Kindergärten oder auch betreute Heime]].

9 Prognose

Die Prognose hängt stark von der Förderung und vom psychosozialen Umfeld ab. Wenn die Erkrankung auf einem chromosomalen Defekt oder einer Stoffwechselstörung beruht, kann die Lebenserwartung reduziert sein.

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