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Alkoholembryopathie

Synonyme: Fetales Alkoholsyndrom, FAS
Englisch: alcohol embryopathy

1 Definition

Unter der Bezeichnung Alkoholembryopathie versteht man eine Kombination aus primordialem Minderwuchs, geistiger Entwicklungsretardierung mit Verhaltensanomalien, Mikrozephalie, besonderer Faziesanomalien, sowie multiplen weiteren Anomalien bei Kindern alkoholsüchtiger Mütter. Als prädisponierend gilt ein Alkoholkonsum der Mutter von 30 bis 80g reinen Alkohols pro Tag.

Die Alkoholembryopathie gehört zur Gruppe der fetale Alkoholspektrumstörungen (FASD).

2 Epidemiologie

Zur Zeit (2019) gibt es keine gesicherten Angaben zur Inzidenz oder Prävalenz der Alkoholembryopathie in Deutschland. Anhand internationaler Vergleichszahlen aus anderen Industriestaaten wird die Inzidenz auf 0,5 bis 2 Fälle pro 1.000 Geburten geschätzt.[1]

3 Pathogenese

Ethanol ist ein Zellgift und hemmt die Mitose. Noch ist unklar ob das Ethanol selbst oder seine Metabolite, wie z.B. Acetaldehyd, die Schädigungen bedingen. Spurenelement- und Vitaminmangel der Mutter sowie chronische Unterernährung spielen ebenfalls eine Rolle. Etwa 30% der Kinder alkoholkranker Frauen haben eine Alkoholembryopathie, eine direkte Dosis-Wirkungs-Beziehung ist nicht nachweisbar.

4 Symptomatik

Die klinischen Leitsymptome der Alkoholembryopathie sind:

5 Therapie

Eine kausale Therapie ist nicht möglich. Symptomatisch können Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, Hernien und angeborene Herzfehler chirurgisch versorgt werden. Eine Frühförderung der Kinder ist für die Entwicklung und die Prognose von entscheidender Bedeutung.

6 Quellen

  1. Spohr, Hans-Ludwig; Steinhausen, Hans-Christoph: Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen: Persistierende Folgen im Erwachsenenalter. Dtsch Arztebl 2008; 105(41): 693-8; DOI: 10.3238/arztebl.2008.0693
Inzidenz bezieht sich auf die Häufigkeit des FAS unter allen Geburten. Habe ich im Text präzisiert.
#2 am 04.08.2019 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Ist die Inzidenz hier für Neugeborene deren Mütter Alkohol während der Schwangerschaft konsumiert haben oder auf jedes Neugeborenes?
#1 am 12.07.2019 von Johannes Müller (Student/in der Humanmedizin)

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