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Instabiles Hämoglobin

1 Definition

Bei instabilen Hämoglobinen ist die Löslichkeit des Hämoglobins oder seine Empfindlichkeit gegenüber oxidativen Prozessen aufgrund einer Mutation erhöht.

2 Genetik

Instabile Hämoglobine kommen sporadisch vor. Häufig basieren sie auf neu auftretenden Spontanmutationen. Bereits heterozygote Personen sind meist symptomatisch, insbesondere wenn das β-Globin betroffen ist. Zu den instabilen Hämoglobinen zählen z.B.:

3 Pathophysiologie

Aufgrund der Mutation kommt es zur Präzipitation des Hämoglobins mit Bildung von Einschlusskörperchen, welche die Zellmembran der Erythrozyten zerstören (Heinz-Körper). Die defekten Erythrozyten werden frühzeitig in der Milz abgebaut, sodass eine hämolytische Anämie entsteht.

3.1 Klinik

Klinische Manifestationen der hämolytischen Anämie sind neben allgemeinen Anämiesymptomen Ikterus, Gallensteine, Ulzerationen und Splenomegalie).

3.2 Diagnostik

Im peripheren Blutausstrich zeigen sich oft eine Anisozytose und Poikilozytose. Diagnostisch werden die Heinz-Körper-Färbung (Supravitalfärbung) und der Isopropanol- oder Hitzestabilitätstest angewendet. Eine normale Hämoglobinelektrophorese schließt instabile Hämoglobine nicht aus. Die definitive Diagnose wird mittels Massenspektrometrie oder direkter Genanalyse gestellt.

4 Therapie

Bei schwer betroffenen Patienten sind meist Bluttransfusionen nötig. Nach dem dritten Lebensjahr kann eine Splenektomie effektiv sein, sollte jedoch so lange wie möglich hinausgezögert werden. Selbst nach Splenektomie benötigen einige Patienten eine lebenslange Transfusionsbehandlung. Die Präzipitation instabiler Hämoglobine wird durch oxidativen Stress wie Infektionen oder die Gabe von Antimalariamitteln verstärkt, die daher nicht gegeben werden sollten.

Fachgebiete: Hämatologie

Diese Seite wurde zuletzt am 1. August 2019 um 22:09 Uhr bearbeitet.

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