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Ganglion geniculatum

von griechisch: γάγγλιον ("gágglion") - Knoten, Geschwulst und lateinisch: genus - Knie
Synonym: Ganglion geniculi
Englisch: geniculate ganglion

1 Definition

Das Ganglion geniculatum ist eine kleine, sichelförmige Ansammlung von Nervenfasern und -zellen (Ganglion) im Canalis facialis des Schädels.

2 Topografie

Das Ganglion geniculatum befindet sich in der Pars petrosa des Os temporale (Felsenbein), dort, wo der Nervus facialis eine deutliche Krümmung beschreibt. Sie wird auch als äußeres Facialisknie (Geniculum nervi facialis) bezeichnet.

3 Fasern

Das Ganglion geniculatum enthält motorische, sensorische, sensible und parasympathische Fasern. Bei den Nervenzellen des Ganglions handelt es sich um pseudounipolare Nervenzellen.

3.1 Motorische Fasern

Die motorischen Fasern treten mit dem Nervus facialis (proprius) in das Ganglion ein bzw. ziehen an ihm vorbei. Sie werden hier nicht verschaltet und sind lediglich angelagert.

3.2 Sensorische Fasern

Die sensorischen Fasern enstammen aus pseudounipolaren Nervenzellen des Ganglion selbst. Die zum ZNS ziehenden Fasern enden im Tractus solitarius der Medulla oblongata, die peripheren Fortsätze ziehen mit der Chorda tympani zur Zunge und versorgen deren vordere 2/3 sensorisch.

3.3 Sensible Fasern

Die sensiblen Fasern des Ganglion geniculatum stammen ebenfalls aus pseudounipolaren Nervenzellen des Ganglion selbst. Sie ziehen zunächst mit dem Nervus facialis weiter und spalten sich hinter dem Foramen stylomastoideum mit dem Nervus auricularis posterior ab. Diese Fasern ziehen zur Ohrmuschel, von deren Haut sie einen kleinen Teil sensibel versorgen.

3.4 Parasympathische Fasern

Die parasympathischen Fasern des Ganglion geniculatum sind präganglionäre Fasern, die aus dem Nucleus salivatorius superior stammen. Sie werden über den Nervus intermedius zum Ganglion geleitet und durchziehen es, ohne hier verschaltet zu werden.

Der erste Teil dieser Fasern verlässt das Ganglion geniculatum an seiner Vorderseite als Nervus petrosus major. Er zieht zum Ganglion pterygopalatinum, wo er verschaltet und zur Tränendrüse, sowie zur Gaumen- und Nasenschleimhaut weitergeleitet wird.

Der zweite Teil der parasympathischen Fasern zieht zunächst weiter mit dem Nervus facialis und spaltet sich dann mit der Chorda tympani ab. Er zieht zum Ganglion submandibulare, wo die Umschaltung auf postganglionäre Fasern erfolgt, die zur Glandula submandibularis und zur Glandula sublingualis ziehen.

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Fachgebiete: Kopf und Hals

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