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Entamoeba histolytica

1 Definition

Entamoeba histolytica ist eine humanpathogene Darmamöbe und Auslöser der Amöbiasis.

2 Morphologie

Morphologisch sind zwei Formen von Entamoeba histolytica zu unterscheiden:

  • Magnaform: Eine 20–60 μm vegetative Gewebeform, die Erythrozyten phagozytieren kann.
  • Zysten: Aus der vegetativen Form entstehende mononukleotide Kugel. Die infektiöse Zyste erscheint mikroskopisch 4-kernig.

3 Entwicklung

Aus der Zyste enwickeln sich im Intestinum die vegetative, bewegliche Form der Amöbe. Diese vermehrt sich und bringt weitere Zysten hervor. Darmbakterien und veränderte Darmflora beeinflussen die Virulenz der Amöben. Durch Kollagenase sind die Magnaformen in der Lage, das Gewebe zu durchdringen, mit resultierenden Tenesmen, herdförmigen Nekrosen und Ulzerationen der Darmwand sowie histolyse bedingtem hellrotem Blut in den Faeces. Finden die Amöben Anschluss an die Blutzirkulation, können sie alle Organe befallen.

4 Infektion

Der klassische Infekionsweg ist die fäkal-orale Übertragung und seiner Varianten. Die Inkubationszeit kann von Tagen bis Jahre betragen. Eine häufige Komplikation ist die hämatogene Streuung der Amöben in die Leber mit Befall der Leberparenchymzellen und daraus resultierender nekrotisierung befallenen Gewebes.

siehe auch Amöbiasis

5 Nachweis

Die intestinale, invasive Amöbiasis kann durch mikroskopischen Direktnachweis der Magnaformen im Stuhl diagnostiziert werden. Die Magnaformen der Amöben phagozytieren Erythrozyten und erscheinen so als sich lebhaft bewegende Riesenzellen, pathognomonisch für die Amöbiasis vom invasiven Typ. Extraintestinalem Amöbenbefall bewirkt positive Serologie.

6 Prophylaxe

Um die Infektionskette zu unterbrechen, sollte in betroffenen Regionen vom Verzehr ungegarter Lebensmittel abgesehen werden. Die beachtliche Tenazität der infektiösen Zysten gewährleistet eine Übetragung durch Fliegen, Schaben und kontaminierte Hände. Gekühlt überleben inaktive, Infektiöse Zysten Monate. Thermische Behandlung mit 60 °C über eine Minute und länger eliminiert die Zysten.

7 Epidemiologie

Enteamoeba histolytica kommt in tropischen und subtropischen Regionen am häufigsten vor.

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