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Lektin

1 Definition

Lektine stellen eine Gruppe spezialisierter Proteine bzw. Glykoproteine dar, die durch ihre Fähigkeit zur Bindung an eine Vielzahl von Kohlenhydratstrukturen Einfluss auf diverse biologische Reaktionen nehmen können. Häufige Bindungsorte der Lektine sind Zellmembranen. Obwohl sie Reaktionskaskaden in Gang bringen, so besitzen sie doch keine katalytische Fähigkeit wie Enzyme.

2 Durch Lektine beeinflusste Prozesse

3 Natürliches Vorkommen

Grundsätzlich kommen Lektine in Tieren und Pflanzen vor. Auch sämtliche Mikroorganismen verfügen über diese Proteinmoleküle. Anteilsmäßig am häufigsten sind sie in pflanzlichen Lebewesen zu finden. Lektine finden sich in den meisten Fällen auf der äußeren Oberfläche der Zellmembran angelagert. Bakterielle Lektine sind beispielsweise:

Lektine sind der Grund, warum rohe Kartoffeln oder Bohnen leicht giftig sind. Grundsätzlich enthalten Hülsenfrüchte mitunter hohe Anteile an Lektinen. Spitzenreiter ist hier Rote Nierenbohne. Durch Kochen werden die Verbindungen zerstört.

4 Biologische Bedeutung

Einige Lektine ähneln in ihrer Wirkungsweise denen von Antibiotika. Dadurch erhält die Pflanze einen gewissen Schutz vor Schädlingen. Diese Wirkung entfalten sie durch Hemmung der ribosomalen Proteinbiosynthese des Mikroorganismus. Der wirkungsvollste Hemmer der Proteinbiosynthese ist Rizin. Für den Menschen besonders gesundheitsschädigend ist die Aufnahme der Lektin-Art Phasin. Diese Verbindung sorgt für eine Hämagglutination – d. h. Erythrocyten kleben aneinander und verstopfen Blutgefäße.

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