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Candida tropicalis

1 Definition

Candida tropicalis ist ein Hefepilz, der zu den humanpathogenen Candida-Stämmen gehört. Er kann topische und systemische Pilzinfektionen auslösen.

2 Systematik

Der Candida tropicalis ist, wie Candida albicans, ein Hefepilz, der zur Klasse der Saccharomycetes gehört. Die Systematik sieht wie folgt aus:

  • Unterabteilung: Saccharomycotina
    • Klasse: Saccharomycetes
      • Ordnung: Echte Hefen (Saccharomycetales)
        • Gattung: Candida
          • Art: Candida tropicalis

3 Eigenschaften

Der Hefepilz ist ein asexueller diploider pathogener Candida-Stamm. Eine Kolonie des Stammes kann auf Agar gezüchtet werden und ist weiß bis cremefarben. Die Oberfläche kann leicht faltig, glatt, kahl oder hefeartig sein. Außerdem ist der Rand der Kolonie oft von Mycel umgeben. Die einzelnen Zellen des Pilzes sind kugelig und ähneln der Bäckerhefe.

4 Verbreitung

Candida tropicalis ist ubiquitär verbreitet. Zu seinen natürlichen Habitaten zählen u.a. das Erdreich und Kot. Häufig zu finden ist er allerdings auch auf Garnelen und Fischen, auf Milchprodukten wie Kefir und Joghurt, wie auch auf Früchten, Beeren, Wein und Konfitüren. Beim Verzehr von kontaminierten Lebensmittel kann Candida tropicalis so in den Körper gelangen.

5 Klinische Bedeutung

Es ist umstritten, ob Candida tropicalis zur normalen Darmflora gehört oder nur Teil der transienten, also nicht permanenten Flora ist. Bei einem vermehrten Vorkommen des Hefepilzes im Darm kommt es zu Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen.

Bei einem geschwächten Immunsystem kann der Hefepilz, der üblicherweise im Darm bleibt, die Darmschleimhaut durchdringen und so in den Blutkreislauf gelangen. Von dort aus kann er sich im Urogenitaltrakt, der Mundschleimhaut, der Genitalschleimhaut, den Nagelfalzen und in den Bindehäuten festsetzen. Zu den möglichen Manifestationen zählen:

Vor allem Patienten mit einem geschwächten Immunsystem sind in Gefahr, eine systemische Kandidose zu entwickeln. Hierzu zählen vor allem Patienten, die an Leukämien, Diabetes mellitus oder Lymphomen leiden.

6 Diagnose

Zur Diagnose eignen sich mehrere Verfahren. Es können Kulturen mit begleitendem Antibiogramm angelegt werden. Das Antibiogramm verdeutlicht, welche Antimykotika sich für die Behandlung eignen. Proben aus Blut, Speichel, Nägeln oder Vaginalabstrichen können für die Durchführung einer Polymerase-Kettenreaktion (PCR) verwendet werden.

7 Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Antimykotika. Mögliche Wirkstoffe sind Voriconazol, Caspofungin, Anidulafungin oder Fluconazol. Nystatin hat eine eingeschränkte Wirksamkeit, da es inzwischen Stämme gibt, die gegen Nystatin resistent sind. Gerade wegen seiner Virulenz hat Candida albicans an klinischer Bedeutung gewonnen, vor allem bei immungeschwächten Patienten. Sollte es zur Sepsis kommen, ist die Prognose auch bei sofortiger Behandlung schlecht. Oberflächliche Candidosen heilen dagegen meist ohne Probleme ab.

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Fachgebiete: Mykologie

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