Building Related Illness
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Loslegenvon englisch: building – Gebäude; related – bezogen; illness – Erkrankung
Synonym: gebäudebezogene Erkrankung
Definition
Building Related Illness, kurz BRI, ist eine Gruppenbezeichnung für Krankheitsbilder, deren Auftreten ursächlich auf nachweisbare biologische, chemische oder physikalische Belastungen in Innenräumen zurückgeführt werden kann.
Hintergrund
Im Gegensatz zum Sick-Building-Syndrom (SBS), bei dem unspezifische Beschwerden ohne eindeutig identifizierbare Ursache auftreten, sind bei der BRI sowohl der Auslöser als auch das resultierende Krankheitsbild medizinisch definiert. Die Beschwerden lassen sich diagnostisch sichern und entsprechen anerkannten Krankheitsentitäten. Eine Besserung nach Verlassen des Gebäudes ist – anders als beim SBS – nicht zwingend gegeben, da die ausgelösten Erkrankungen häufig persistieren.
Auslöser
Potentielle Auslöser sind:
- Mikrobielle Belastungen: Legionellen (Legionärskrankheit, Pontiac-Fieber), Schimmelpilze, Bakterien aus kontaminierten Klima- oder Befeuchtungsanlagen.
- Allergene: Hausstaubmilben, Tierhaare, Pollen, Schimmelpilzsporen.
- Chemische Schadstoffe: Formaldehyd, flüchtige organische Verbindungen (VOC), Asbest, Pestizidrückstände, Verbrennungsprodukte.
- Physikalische Faktoren: Radon, ionisierende Strahlung, in Einzelfällen ungünstige Beleuchtungs- oder Klimaverhältnisse.
Klinik
Das Spektrum reicht von allergischen Reaktionen (Rhinitis, Asthma bronchiale, exogen-allergische Alveolitis) über infektiöse Erkrankungen (Legionellose, Aspergillose) bis hin zu toxisch bedingten Krankheitsbildern wie der CO-Intoxikation oder der durch Asbestexposition verursachten Mesotheliom-Entwicklung. Auch das Befeuchterfieber ("humidifier fever") zählt zu den klassischen BRI.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf eine detaillierte Expositionsanamnese, klinische Untersuchung und gezielte apparative Diagnostik (z. B. Lungenfunktion, serologische Tests, Allergiediagnostik). Ergänzend werden Innenraumanalysen durchgeführt, etwa Luftmessungen auf VOC, mikrobiologische Beprobung von Klima- und Lüftungsanlagen oder Radonmessungen. Entscheidend ist der nachweisbare Zusammenhang zwischen der gebäudebezogenen Exposition und dem klinischen Befund.
Therapie und Prävention
Die Therapie richtet sich nach dem zugrunde liegenden Krankheitsbild. Grundlegend ist die Sanierung der Belastungsquelle: Reinigung oder Austausch kontaminierter Lüftungsanlagen, Schimmelpilzsanierung, Entfernung asbesthaltiger Baustoffe, Verbesserung der Innenraumlufthygiene. Präventiv tragen regelmäßige Wartung haustechnischer Anlagen, ausreichender Luftaustausch sowie der Einsatz emissionsarmer Baustoffe und Einrichtungsgegenstände zur Vermeidung bei.
Quellen
- Umweltbundesamt: Sick Building Syndrom
- MSD Manual, Profi-Ausgabe: Gebäudebezogene Erkrankungen