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Bartonellose (Hund)

Synonym: Katzenkratzkrankheit
Englisch: cat scratch disease

1 Definition

Die Bartonellose ist eine durch Bakterien der Gattung Bartonella hervorgerufene Infektionskrankheit beim Hund.

2 Ätiologie

Bartonellen sind gramnegative und fakultative intrazelluläre Bakterien. Es sind mindestens 20 verschiedenen Spezies bekannt. Beim Hund kommen folgende Arten vor:

3 Pathogenese

Bartonella vinsonii subspecies Berkhoffii wird durch Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) übertragen. Andere Bartonella-Arten, z.B. Bartonella henselae und Bartonella clarridgeiae, nutzen den Katzenfloh (Ctenocephalides felis) als Vektor.

Nachdem die Bakterien in den Wirt eingedrungen sind, befallen sie Erythrozyten und Endothelzellen. Eine Infektion verläuft meist lange Zeit symptomlos. Kommt es jedoch zu einer Immunsuppression, z.B. durch Glukokortikoidtherapie, Stress, Trächtigkeit oder eine andere Erkrankung, wird die Bartonellose klinisch manifest. Durch die intrazelluläre Lebensweise können sich die Bakterien dem Immunsystem des Wirtes entziehen und sich im gesamten Körper ausbreiten.

Da Bartonellen gut an ihren Wirt adaptiert sind, können sie auch eine persistierende asymptomatische Bakteriämie verursachen.

4 Klinik

Klinisch manifeste Erkrankungen führen zu einer Endokarditis oder Myokarditis, intermittierenden Lahmheiten infolge Polyarthritis und Knochenschmerzen. Zusätzlich leiden die Tiere an Fieber, kutaner Vaskulitis, granulomatöser Lymphadenitis, Uveitis, granulomatöser Meningoenzephalitis und immunbedingter hämolytischer Anämie und Thrombozytopenie.

Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung von Bartonella vinsonii subspecies Berkhoffii - beruhend auf einer Hemmung der Phagozytosefunktion der Monozyten - werden Sekundärinfektionen begünstigt.

5 Diagnose

Da der Erreger hohe Ansprüche an das Kulturmedium stellt, gelingt ein direkter Erregernachweis nur in Ausnahmefällen. Die beste Nachweismethode ist die PCR aus Blut- oder Gewebeproben.

6 Therapie

Da Bartonella spp. intrazellulär leben, müssen Antibiotika gewählt werden, die eine hohe intrazelluläre Konzentration erreichen können. Empfohlen wird eine Langzeittherapie über 4 bis 6 Wochen mit Enrofloxacin (5 mg/kgKG BID), Doxycyclin (5 mg/kgKG BID) oder Azithromycin (5 bis 10 mg/kgKG SID).

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

7 Prophylaxe

Eine Infektion kann mittels adäquater Zecken- und Flohprophylaxe vermieden werden (z.B. Pyrethroide).

8 Literatur

  • Niemand HG (Begr.). Suter PF, Kohn B, Schwarz G (Hrsg.). 2012. Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke-Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-1125-3.

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2021 um 01:21 Uhr bearbeitet.

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