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Überaktive Blase

Synonyme: hyperaktive Blase, Reizblase, Urethralsyndrom, Frequenca-Urgency-Syndrom
Englisch: overactive bladder (OAB)

1 Definition

Die überaktive Blase gehört zu den Blasenspeicherstörungen. Sie zeichnet sich durch einen plötzlich auftretenden, dringenden Harndrang aus, obwohl die Harnblase nur wenig gefüllt ist.

2 Ursachen

Die Ursachen sind noch nicht eindeutig geklärt. Eine überaktive Blase kann ein Symptom bei einer Blasenentzündung sein oder durch eine Fehlfunktion des Musculus detrusor vesicae ausgelöst werden. Ebenso können diverse psychische Faktoren wie Nervosität oder seelische Belastungen verantwortlich sein. Auch durch einen Mangel an Östrogen oder durch Tumore kann die regelrechte Funktion der Blase gestört werden.

3 Diagnose

Als erster Hinweis auf eine überaktive Blase gilt eine häufige Miktion mit nur geringen Mengen Urin. Daher fragt der Arzt zunächst nach Trinkhäufigkeit und Trinkmengen, sowie nach der Häufigkeit der Miktion und den Urinmengen. Ein Miktionstagebuch kann hierbei sehr hilfreich sein. Im nächsten Schritt wird der Harn untersucht, um eine Infektion auszuschließen. Durch eine Untersuchung der äußeren Genitale und mit Hilfe einer Rektaluntersuchung werden andere Ursachen, wie z.B. Tumore ausgeschlossen. Am Ende dieser Ausschlussdiagnostik bleibt dann nur noch die Diagnose 'überaktive Blase'.

4 Therapie

Eine überaktive Blase kann mit Hilfe mehrerer Methoden therapiert werden. Durch ein Blasentraining wird versucht, den Harndrang bewusst zu kontrollieren. Mit einem Beckenbodentraining soll die Beckenbodenmuskulatur gestärkt werden, die maßgeblich am Verschluss der Urethra beteiligt ist. Weitere Möglichkeiten sind das Biofeedback oder eine psychologische Beratung. Außerdem können Medikamente eingesetzt werden, die die Muskulatur der Blase entspannen. Bei Frauen kann zusätzlich Östrogen verabreicht werden.

Fachgebiete: Urologie

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