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Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

(Weitergeleitet von A1-Antitrypsinmangel)

Synonyme: Alpha-1-PI-Mangel, Alpha-1-Proteinasen-Inhibitormangel, a1AT-Mangel, Laurell-Eriksson-Syndrom
Englisch: AAT deficiency

1 Definition

Der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel ist eine autosomal-rezessive Erbkrankheit, bei der aufgrund eines Gendefekts zu wenig Alpha-1-Antitrypsin gebildet wird.

2 Pathophysiologie

Alpha-1-Antitrypsin ist ein Proteaseinhibitor im Blutplasma und spielt eine zentrale Rolle bei der Hemmung verschiedener Enzyme, die bei Entzündungsprozessen freigesetzt werden. Das Protein wird zu über 90% in der Leber synthetisiert.

Alpha-1-Antitrypsin hemmt unter anderem Elastase, Trypsin, Chymotrypsin, Plasmin und Thrombin. Ein Mangel an Alpha-1-Antitrypsin führt zu einer unkontrollierten Aktivität dieser Enzyme. Die größte klinische Relevanz hat dabei die mangelnde Hemmung der Elastase. Sie führt dazu, dass das Elastin der Lungenalveolen enzymatisch zersetzt wird. Nach langjährigem Krankheitsverlauf resultiert daraus eine Zerstörung der Alveolarsepten, die sich klinisch als Lungenemphysem bemerkbar macht.

3 Genetik

Die codierende Gensequenz für Alpha-1-Antitrypsin liegt auf dem langen Arm von Chromosom 14 in der Region 14q32.1. Diese Region bezeichnet man auch als "Proteinase Inhibitor Locus" (Pi). Es sind über 75 verschiedene genetische Varianten des Proteins bekannt.

4 Symptome

Die Folgen des Alpha-1-Antitrypsin-Mangels machen sich vor allem in der Lunge bemerkbar. Daneben ist auch die Leber betroffen.

4.1 Pulmonale Symptome

4.2 Hepatische Symptome

Ca. 10-20% der Patienten mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel weisen eine zusätzliche Beteiligung der Leber auf. Sie macht sich bemerkbar durch:

Erkrankte Erwachsene haben ein signifikant gesteigertes Risiko, eine Leberzirrhose oder einen Lebertumor zu entwickeln. Nur ein kleiner Teil der Patienten (1-2%) verstirbt bereits in der Kindheit an den Folgen der Leberzirrhose.

5 Diagnose

6 Therapie

6.1 Enzymsubstitution

Die Therapie der Wahl ist die Substitution von Alpha-1-Antitrypsin, das gentechnisch oder aus gepooltem Blutplasma gewonnen wird. Die Gabe kann parenteral oder inhalativ erfolgen. Bei parenteraler Gabe werden einmal wöchentlich etwa 60 mg aktiver Substanz/kg KG intravenös verabreicht.

6.2 Weitere Maßnahmen

Prognose bei rechtzeitiger Substitution mit a-1-AT?
#1 am 09.09.2015 von Dr. med. Martin Lorenz (Arzt)

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