Synonym: Gonokokken
Englisch: Neisseria gonorrhoeae, gonococci


Neisseria gonorrohoeae ist ein Bakterium, das durch Geschlechtsverkehr übertragen wird und unter anderem die Erkrankung Gonorrhö auslöst.
Gonokokken sind gramnegative, semmelförmige Bakterien Kokken, die meist paarig angeordnet sind (Diplokokken). Die optimalen Wachstumsbedingungen herrschen bei 37°C und mikroaerophiler Umgebung mit erhöhtem CO2-Gehalt (5-10%).
Verschiedene Eigenschaften der Gonokokken sind für ihre Virulenz verantwortlich: Gonokokken bilden Pili aus, die der Haftung an Schleimhautzellen dienen. Daher kommt es oft zu wiederkehrenden Infektion mit Gonokokken. Die Pilusproteine und die Membran zeigen eine starke antigenetische Variabilität. Gleichzeitig wird eine IgA-Protease produziert, die die Antikörper der Schleimhautsekrete unwirksam macht.
Darüber hinaus rufen die Erreger eine Entleerung (Degranulation) der Lysosomen hervor, wodurch die Vermehrung in Makrophagen möglich ist. Manche Stämme besitzen darüber hinaus eine Kapsel.
Für Gonokokken sind spezielle Transportbedingungen notwendig, da die Erreger empfindlich gegenüber Kälte und Luftsauerstoff sind. Sie lassen sich auf feuchten, eiweißreichen Medien anzüchten (z.B. Thayer-Martin-Medium). Geeignet ist auch Kochblutagar mit einem zugesetzten Antibiotikum, um die Begleitflora zu unterdrücken. Eine biochemische Differenzierung ist auf Lingelsheim-Nährböden möglich.
Die Kolonien sind rund und durchscheinend. Die Erreger sind oxidase-positiv. Anfärben lassen sie sich mit Methylenblau oder mit Gram-Färbung: Gonokokken sind gramnegativ, nach Antibiotikabehandlung jedoch oft gramlabil. Es besteht Verwechslungsgefahr mit Pseudogonokokken!
Weitere Nachweismethoden außer der Kultur sind:
Das Erregerreservoir ist der Mensch. Neisseria gonorrhoeae wird über Geschlechtsverkehr (Kontaktinfektion), manchmal auch während der Geburt übertragen. Über Endozytose durch Epithelzellen der Urogenitalschleimhaut kann es zu eitrigen Entzündungen im subserösen Gewebe kommen.
Beim Mann kann es zu Entzündung der Prostata (Prostatitis) und der Nebenhoden kommen, bei der Frau zur Beckeninfektion sowie zur Entzündung von Eileitern (Salpingitis) und des Bauchfells (Peritonitis).
Bei Neugeborenen kann eine eitrige Bindehautenzündung (Konjunktivitis) auftreten, auch als Ophthalmia neonatorum bezeichnet. Um dieser Erkrankung vorzubeugen, ist bei Gonokokken-Infektion der werdenden Mutter eine Prophylaxe mit Medikamenten zu empfehlen. Früher wurde auch eine so genannte Credé-Prophylaxe durchgeführt.
Infektionen mit Neisseria gonorrhoeae werden mit Penicillin G oder Tetrazyklin behandelt. Liegt eine Resistenz des Erregers gegen diese Antibiotika vor, werden Cephalosporine der dritten Generation eingesetzt.
Ein großes Problem bei der Therapie besteht darin, dass Gonokokken viele Penicillin- und Tetrazyklinresistenzen haben. Sie sind in der Regel plasmidcodiert.




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