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Diplokokken

von altgriechisch: διπλόος ("diplos") - doppelt

1 Definition

Diplokokken ist ein beschreibender Begriff für Bakterien, die sich im mikroskopischen Präparat als paarig liegende Kugeln darstellen. Diplokokken gehören zu den Streptokokken (Kettenkokken), die Kette hat in diesem Fall nur zwei Glieder.

2 Hintergrund

Die Charakterisierung "Diplokokken" engt die in Frage kommenden Bakterien deutlich ein. Es gibt nur wenige Erreger mit dieser Wachstumsform.

Außer dem Färbeverhalten in der Gramfärbung gibt es noch weiter Unterscheidungsmerkmale der Diplokokken. Neisserien wachsen vorwiegend intrazellulär, die aneinander liegenden Keime erinnern in der Form an eine Kaffebohne. Streptococcus pneumoniae wächst extrazellulär, die Bakterienzellen sind oft längsoval, wobei die Spitzen aneinander liegen. Bei Streptococcus pneumoniae kann man gelegentlich im Präparat auch eine Schleimkapsel erkennen. Diese ist ein Pathogenitätsfaktor von Pneumokokken.

Zu den gramnegativen Diplokokken gehören auch die Moraxellen. Sie sind morphologisch von Neisserien nicht sicher zu unterscheiden, wachsen aber normalerweise extrazellulär und können als kokkoide Stäbchen erscheinen.

3 Meldepflicht

Der Nachweis gramnegativer Diplokokken aus Liquor, hämorrhagischen Hautinfiltraten oder aus anderen primär sterilen Materialien (vor allem Blutkulturen) ist meldepflichtig nach §7 Infektionsschutzgesetz. Bei dieser Befundkonstellation ist eine Meningokokken-Meningitis bzw. -Sepsis hoch wahrscheinlich. Eine definitive Erregeridentifizierung wird nicht gefordert.

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