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Meningokokken-Meningitis

1 Definition

Die Meningokokken-Meningitis ist eine Form der Hirnhautentzündung (Meningitis), die durch Meningokokken hervorgerufen wird.

Der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an Meningokokken-Meningitis sind nach §6 (1) des Infektionsschutzgesetzes in Deutschland meldepflichtig. Das gleiche gilt für die Meningokokken-Sepsis.

2 Infektion

Die Inkubationszeit nach Infektion mit Meningokokken beträgt in der Regel 3-4 Tage, kann aber zwischen 2 und 10 Tagen liegen. Die Übertragung erfolgt via Tröpfcheninfektion. Die Meningokokken finden sich vorzugsweise im Nasopharynx. Die Infektion der Hirnhäute erfolgt über 2 mögliche Wege, entweder per continuitatem mittels Durchdringung der Lamina cribrosa oder hämatogen durch Übertritt der Erreger durch die Schleimhaut in die Blutbahn.

In Deutschland sind die Erreger der Meningokokkenmeningitis meist vom Serotyp B (70%).

3 Verlaufsformen

Die Meningokokken-Meningitis verläuft in mehr als der Hälfte der Fälle perakut. Eine Sepsis tritt in etwa einem Drittel der Fälle auf.

4 Symptome

Neben den bekannten Symptomen einer Meningitis, wie Kopfschmerz, Meningismus, Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Somnolenz können bei dieser Form der Hinrnhautentzündung auch schwerwiegendere Verläufe vorkommen. In 10-15% der Fälle kommt es zur Entstehung eines Waterhouse-Friderichsen-Syndroms mit Thrombozytopenie und Verbrauchskoagulopathie.

5 Diagnostik

6 Therapie

Bei Verdacht auf eine Meningokokken-Meningitis ist eine sofortige stationäre Therapie mit Isolation des Erkrankten notwendig. Wegen der Bedrohlichkeit des Krankheitsbildes sollte umgehend mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden, zum Beispiel mit Ceftriaxon oder Cefotaxim im Sinne einer kalkulierten Therapie. Da der Erregernachweis molekulardiagnostisch erfolgen kann, ist ein Beginn der Antibiose vor der Materialentnahme möglich.

Bei septischen Verlaufsformen ist zudem eine intensivmedizinische Behandlung unumgänglich.

7 Prognose

Bei einer isolierten Meningokokken-Meningitis liegt die Letalität in Deutschland bei ca. 1%. Tritt eine Sepsis auf, steigt sie auf ca. 13%. Eine Sepsis mit Waterhouse-Friderichsen-Syndrom führt bei rund einem Drittel der Patienten zum Tod.

8 Prophylaxe

In Deutschland stehen mehrere monovalente und polyvalente Konjugatimpfstoffe gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y zur Verfügung. Seit 2013 ist auch ein Impfstoff gegen den Serotyp B erhältlich. Im Gegensatz zu anderen Meningokokken-Impfstoffen basiert er jedoch nicht auf Kapselantigenen, sondern auf Oberflächenproteinen des Erregers. Die STIKO empfiehlt seit 2015 die Anwendung dieses Impfstoffs bei Personen mit erhöhtem Risiko für Meningokokken-Erkrankungen.

siehe auch: Meningitis, Waterhouse-Friderichsen-Syndrom

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