Luteinisierendes Hormon
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Abkürzung: LH, Lutropin
Englisch: luteinizing hormone
1. Definition
Das Luteinisierende Hormon, kurz LH, ist in der Adenohypophyse synthetisiertes Peptid aus der Gruppe der Gonadotropine, welches in den Gonaden die Synthese und Sekretion von Androgenen bzw. Östrogenen stimuliert.
2. Biochemie
LH ist ein heterodimeres Glykoprotein, das aus zwei Untereinheiten besteht, einer
- α-Untereinheit (α-LH) mit 92 Aminosäuren, die identisch mit der verschiedener anderer Hormone ist (FSH, hCG, TSH) und
- einer β-Untereinheit (β-LH) mit 121 Aminosäuren, die spezifisch für LH ist und mit dem LH-Rezeptor interagiert. Sie hat große Ähnlichkeit mit der Aminosäuresequenz von hCG.
Die biologische Halbwertszeit von LH beträgt nur etwa 20 Minuten.
3. Genetik
Der Genlokus für die α-Untereinheit liegt auf Chromosom 6q12.21, der für die β-Untereinheit auf Chromosom 19q13.32.
4. Physiologie
Die Sekretion von LH wird durch das im Hypothalamus freigesetzte GnRH stimuliert. Sezerniertes LH hemmt wiederum im Sinne eines Feedback-Mechanismus die Sekretion von GnRH. Die Sekretion von LH ist nicht gleichmäßig, sondern pulsatil.
4.1. Wirkung bei der Frau
Bei der Frau ist das LH der dominante regulatorische Faktor in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus. Während in der ersten Hälfte durch LH die Produktion von Östrogenen gefördert wird, kommt es zur Mitte des Zyklus zu einem steilen LH-Anstieg, welcher die Ovulation triggert und die Ausbildung eines etwa 8 Tage überdauernden Gelbkörpers bewirkt. Der Gelbkörper produziert in der Folge Progesteron.
4.2. Wirkung beim Mann
Beim Mann stimuliert LH die Synthese und Sekretion von Testosteron in den Leydig-Zellen des Hodens. Der Serumspiegel für LH und Testosteron steigt durch sexuelle Erregung.