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Vorsorge

1 Definition

Vorsorge ist eine Handlungsstrategie, die dazu dient, Krankheit bzw. Gebrechlichkeit zu vermeiden und die mögliche Krankheitslast bzw. Behinderung zu vermindern. Der rechtzeitigen Erkennung von Erkrankungen dienen Vorsorgeuntersuchungen, die in Vorsorgeprogrammen strukturiert sein können.

2 Abgrenzung

Im Gegensatz zur Gesundheitsförderung betont Vorsorge mögliche Risikofaktoren. Vorrangig werden ethisch-normative oder ökonomische Begründungen herangezogen, um über den Wert von Gesundheit aufzuklären.

Es bestehen starke inhaltliche Überschneidungen mit den Begriffen Früherkennung, Prävention und Prophylaxe, die teilweise im klinischen Sprachgebrauch auch synonym verwendet werden. Der Terminus "Vorsorge" kann aber auch als deutscher Dachbegriff für die vorgenannten Meme verstanden werden.

3 Hintergrund

Vorsorge umfasst 3 Dimensionen:

  • Individuelle Vorsorge: Angemessenes, gesundheitsorientiertes Verhalten des Einzelnen
  • Staatliche Vorsorge: Institutionalisierte Vorsorgemaßnahmen
  • Strukturelle Vorsorge: Entwicklung von Risikofaktoren-Modellen

Seit den 1970er Jahren gehören Vorsorgeuntersuchungen zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen. Dieses Vorsorgeprogramm ist auf eine Grundversorgung beschränkt. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen, die nicht in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen sind. Bei allen Vorsorgemöglichkeiten sind die grundsätzlichen Vor- und Nachteile von Früherkennungsuntersuchungen zu beachten.

Für bestimmte Patientengruppen (z.B. Typ-2-Diabetiker) gibt es darüber hinaus spezielle Vorsorgemaßnahmen.

4 Methoden

5 Gesetzliche Vorsorgeuntersuchungen

5.1 Altersabhängig

U1 bis U11 Bis zur Vollendung des 10. LJ Untersuchung unmittelbar nach der Geburt, die lebensbedrohliche Zustände erkennen soll, sowie weitere eingehende Untersuchungen in den ersten Lebensjahren.

12 Untersuchungen in den ersten Lebensjahren

J1 bis J2 Zwischen dem 13. und 18. LJ 2 Untersuchungen
Krebsvorsorge Frauen - ab dem 20. LJ

Männer - ab dem 45. LJ

1 x pro Kalenderjahr
Gesundheits-Check-up Frauen und Männer ab dem 35. LJ Herz-Kreislauf-System, Niere, Diabetes, Ganzkörperstatus, verhaltensmedizinisch orientierte Beratung, Erörterung des individuellen Risikoprofils
Zahngesundheit Kinder 6 - 18

ab dem 18. LJ

Untersuchung auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, Zahnvorsorge

5.2 Altersunabhängig

Schwangerschaftsvorsorge Frauen Mindestens 12 Untersuchungen
Schutzimpfungen Regel-, Auffrisch- und Indikationsimpfungen, Reiseimpfungen Diphterie, Tetanus, weitere siehe unter Impfungen

6 Mutter-Kind-Vorsorge

Eine Sonderform der medizinischen Vorsorge mit fließendem Übergang in das Themenfeld der Rehabilitationsmaßnahmen.

7 Altersvorsorge

Die gesetzliche Altersvorsorge basiert auf dem fiktiven Generationenvertrag unter der Annahme, dass das Leben in folgende drei Bereiche gegliedert ist: 1. Kindheit und Jugend, 2. Erwerbsphase und 3. Alter. Daneben wird die ergänzende betriebliche und die private Vorsorge empfohlen.

8 Vorsorgevollmacht

In einer Notsituation darf ein (von dem Vollmachtgeber) Bevollmächtigter alle oder bestimmte rechtsgeschäftliche Aufgaben für den von erheblicher Willenseinschränkung Betroffenen erledigen.

9 Quellen

  • Philipp Sarasin (2011). Die Geschichte der Gesundheitsvorsorge. Das Verhältnis von Selbstsorge und staatlicher Intervention im, 19, 41–5.

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