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Vasektomie (Hund)

Englisch: vasectomy

1 Definition

Als Vasektomie bezeichnet man die chirurgische Unterbindung der Fortpflanzungsfähigkeit (Kastration) beim Rüden.

2 Indikation

Eine Vasektomie unterbindet die Fortpflanzungsfähigkeit eines Rüden, wobei die männlichen Verhaltensmuster beibehalten werden. Da die Leydig-Zwischenzellen nicht wesentlich verändert werden, werden weiterhin Androgene produziert.

Die Vasektomie ist nur in seltenen Fällen zu empfehlen, da unerwünschte Verhaltensmuster wie Streunen, Aggressivität und Urinmarkieren bestehen bleiben, während eine Besserung von Erkrankungen, die mit Hormonen in Zusammenhang stehen, ausbleibt.

3 Operationstechnik

3.1 Konventionell

Nach erfolgter Prämedikation, Narkoseeinleitung und OP-Vorbereitung (Schur, Waschen, Desinfektion) wird der Hund in Rückenlage am Operationstisch ausgebunden.

Über dem Samenstrang und dem Leistenring wird eine etwa 1 bis 2 cm lange Inzision gelegt. Durch vorsichtiges Freipräparieren wird der Samenstrang lokalisiert und die Tunica vaginalis inzidiert. Der Ductus deferens wird stumpf isoliert und doppelt ligiert. Zwischen den beiden Ligaturen kann dann ein etwa 0,5 cm langes Stück reseziert werden. Auf der gegenüber liegenden Seite wird der Samenstrang auf die selbe Weise unterbunden. Nachdem etwaige Blutungen ausgeschlossen wurden, wird das subkutane Gewebe und die Haut adaptierend verschlossen.

3.2 Laparoskopie

Die Vasektomie kann auch laparoskopisch durchgeführt werden, wobei in der Literatur und in Publikationen verschiedenste Methoden beschrieben werden. Die Unterbindung des Ductus deferens kann entweder per Elektrokauter oder auch mithilfe von Clips erfolgen, wobei alle Techniken einen vergleichbaren Erfolg erzielen.[1]

Untersuchungen zeigten, dass die minimal invasive Chirurgie eine schnellere Heilungsrate und weniger Komplikationen aufweist als die konventionelle Chirurgie.

4 Komplikationen

Die meisten Hunde sind etwa eine Woche nach Gefäßokklusion azoospermisch. Da jedoch noch bis zu 3 Wochen nach der Operation Spermatozoen im Ejakulat der Rüden vorhanden sein können, können diese Rüden in dieser Zeit noch problemlos läufige Hündinnen decken. Bevor vasketomierte Rüden wieder Kontakt zu unkastrierten Hündinnen haben, sollte unbedingte eine Ejakulatuntersuchung auf Azoospermie erfolgen.[2]

5 Komplikationen

Mögliche Komplikationen einer Vasektomie können sein:

6 Literatur

  • Theresa Welch Fossum. Chirurgie der Kleintiere. 2. Auflage. Urban & Fischer-Verlag, 2009.

7 Quellen

  1. Mohamed Marzok et al. New laparoscopic vasectomy techniques in dogs. Online Journal of Veterinary Research, Volume 15 (4): 318-333, 2011 (abgerufen am 10.11.2019)
  2. Jonathan D. Schiff et al. Rapid Disappearance of Spermatozoa After Vasal Occlusion in the Dog Journal of Andrology, Volume 24, Issue 3, 02 January 2013 (abgerufen am 10.11.2019)

Diese Seite wurde zuletzt am 12. November 2019 um 14:38 Uhr bearbeitet.

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