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Ductus mesonephricus

(Weitergeleitet von Urnierengang)

nach Kaspar Friedrich Wolff (1733-1794), deutscher Anatom
Synonyme: Urnierengang, Wolff-Gang
Englisch: mesonephric duct, Wolffian duct

1 Definition

Der Ductus mesonephricus ist eine embryonale Genitalanlage, die bei beiden Geschlechtern vorhanden ist und bei der Sexualdifferenzierung eine wichtige Rolle spielt.

2 Embryologie

2.1 Beide Geschlechter

Bei beiden Geschlechtern entwickelt sich aus dem Ductus mesonephricus die Ureterknospe, die als dorsale Ausbuchtung in das metanephrogene Blastem einwächst. Aus ihr entwickeln sich im weiteren Verlauf die Nierenbecken, die großen und kleinen Nierenkelche, die Papillargänge und das Sammelrohrsystem. Aus dem Stiel der Ureterknospe entwickeln sich die Harnleiter.

2.2 Mannliches Geschlecht

Aus dem Ductus mesonephricus entstehen im Rahmen der normalen männlichen Sexualdifferenzierung die Samenwege zwischen dem Hoden und der Prostata. Dazu zählen der Nebenhoden, der Samenleiter (Ductus deferens), das Samenbläschen (Vesicula seminalis) und der durch die Prostata ziehende Spritzgang (Ductus ejaculatorius). Die am weitesten kranial gelegenen Anteile des Urnierengangs werden zum Appendix epididymidis, einem Anhängsel des Nebenhodens.

2.3 Weibliches Geschlecht

Bei der weiblichen Sexualdifferenzierung wird der Ductus mesonephricus zwischen dem 2. und 3. Monat der Embryonalentwicklung bis auf wenige Überreste zurückgebildet. Kranial können einige Relikte in Form des Epoophorons und des Paroophorons zurückbleiben. Aus den kaudalen Anteilen in der Scheidenwand entsteht der Gartner-Gang, aus dem die Gartner-Zysten hervorgehen können.

3 Klinik

Eine Fehlbildung des Ductus mesonephricus kann zum Zinner-Syndrom führen.

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