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Tuboovarialabszess

Synonym. TOA
Englisch: tubo-ovarian abscess

1 Definition

Unter einem Tuboovarialabszess, kurz TOA, versteht man eine Abszessbildung zwischen Tuba uterina und Ovar, die als Komplikation einer Adnexitis auftreten kann.

2 Ätiopathogenese

Im Rahmen einer Salpingitis kann es durch die Ausbreitung der Infektion über das Ende der Fimbrien der Tube oder über eine Durchwanderung der Tuben zu einer Infektion des Ovars kommen, welche dann auch als Salpingoophoritis bezeichnet wird. Folgen der Salphingoophoritis sind eine Abszessbildung sowie narbige Verwachsungen, welche zu einem unbeweglichen, großen Konglomerattumor führen, der mit anderen Beckenorganen verwachsen ist.

3 Klinik

Der Tuboovarialabszess imponiert durch ein- oder beidseitige Unterbauchschmerzen von wechselnder Intensität, die mit unregelmäßigen Fieberschüben kombiniert sind. Der Allgemeinzustand der betroffenen Patientinnen ist reduziert. Obstipation und Meteorismus treten bei Beteiligung des Darmes auf.

4 Diagnostik

Hinweisend ist zunächst die Anamnese.

Im Rahmen der Palpation, die für die betroffenen Patientinnen sehr schmerzhaft ist, tastet man den teigig-weichen Konglomerattumor. Der Unterbauch ist auf einer oder auf beiden Seiten sehr druckempfindlich, eine Abwehrspannung ist möglich.

Die Vaginalsonographie zeigt eine zystische Raumforderung mit unscharfer Begrenzung im Bereich der Adnexe.

Die Blutuntersuchung ergibt eine Leukozytose sowie einer Erhöhung der BSG und des CRPs.

5 Differenzialdiagnose

Differenzialdiagnostisch sollte an andere Ursachen des akuten Abdomens gedacht werden, wie z.B.

Aber auch Malignome im Bereich des Darmes und des Ovars sollten in Erwägung gezogen werden.

6 Therapie

Die Erkrankung wird zunächst mit Antibiotika und Antiphlogistika behandelt. Ein rupturierter Abszess bedarf aufgrund der Peritonitisgefahr einer sofortigen Operation.

Wenn die Entzündung abgeklungen ist und Kinderwunsch besteht, kann im Rahmen einer Operation eine Adhäsiolyse mit Tubenkanalisierung durchgeführt werden.

Bei abgeschlossener Familienplanung wird eine Entfernung der betroffenen Organe empfohlen, wobei erst intraoperativ endgültig über die Ausdehnung des Eingriffs entschieden werden kann (z.B. ein-/beidseitige Entfernung der Adnexe, zusätzliche Hysterektomie).

Eine partielle oder vollständige Erhaltung der Ovarien sollte bei Frauen im geschlechtsreifen Alter durchgeführt werden. Bei beidseitiger Adnexexstirpation wird ansonsten eine Hormondauersubstitution mit Gestagenen und Östrogenen notwendig.

7 Folgen

Nach tubenerhaltenden Maßnahmen ist das Risiko für eine Extrauteringravidität um den Faktor 10 erhöht.

Fachgebiete: Gynäkologie

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