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Somatoliberin

(Weitergeleitet von Somatotropin-Releasing-Hormon)

Synonyme: Wachstumshormon-releasing-Hormon, GH-releasing-Hormon, Somatotropin-Releasing-Hormon, GH-Releasing-Faktor, Somatocrinin
Abkürzungen: GHRH, SRH, GHRF, GRH
Englisch: growth hormone–releasing hormone

1 Definition

Somatoliberin, kurz GHRH, ist ein Polypeptid, das zu den hypothalamischen Releasing-Hormonen zählt.

2 Biochemie

Somatoliberin kommt in verschiedenen homologen Formen mit 40 und 44 Aminosäuren vor. Es geht aus proteolytischer Spaltung eines Prohormons mit 108 Aminosäuren hervor.

3 Physiologie

Somatoliberin wird im Nucleus arcuatus des Hypothalamus gebildet und pulsatil freigesetzt. Über das hypophysäre Portalsystem gelangt es in die Adenohypophyse, wo es am GHRH-Rezeptor der somatotropen Zellen wirkt. Über Aktivierung des cAMP-Proteinkinase-A- und des Phospholipase-C-Systems stimuliert es die Synthese und Freisetzung von Somatotropin (Wachstumshormon, GH). Somit spielt Somatoliberin u.a. eine wichtige Rolle beim Längenwachstum des Körpers, hat jedoch auch einen signifikanten Einfluss auf verschiedene Stoffwechselprozesse und fördert das Einsetzen der Tiefschlafphase.

Die Wirkungen von GHRH sind entgegengesetzt zu denen von Somatostatin (GHIH). Beide Hormone werden alternierend sezerniert.

Weiterhin wird GHRH auch in Zellen außerhalb des Nervensystems exprimiert, z.B. im Pankreas oder im Gastrointestinaltrakt.

siehe auch: Hypothalamus-Hypophysen-Achse, somatotrope Achse

4 Klinik

4.1 Pathologie

Eine übermäßige GHRH-Ausschüttung (z.B. paraneoplastisch in Pankreastumoren) kann zur Akromegalie führen. Umgekehrt führt eine verminderte GHRH-Wirkung (z.B. durch inaktivierende Mutationen des GHRH-Rezeptors) aufgrund des Wachstumshormonmangel zu einem schweren Kleinwuchs.

4.2 Diagnostik

Der Insulin-Hypoglykämie-Test bewirkt physiologischerweise einen Konzentrationsanstieg von GHRH (und GH), CRH und Prolaktin im Blut.

Weiterhin wird häufig der GHRH- oder der GHRH-Arginin-Test bei Verdacht auf einen Wachstumshormonmangel angewendet.

4.3 Pharmakologie

GHRHR-Agonisten zählen zu den GH-Sekretagoga, da sie die Sekretion von GH induzieren. Zu ihnen zählen:

GHRH-Analoga werden aufgrund ihrer anabolen Wirkung als Dopingmittel verwendet.

Diese Seite wurde zuletzt am 5. November 2019 um 17:39 Uhr bearbeitet.

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