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Scapulafraktur (Pferd)

(Weitergeleitet von Skapulafraktur (Pferd))

Synonym: Schulterblattfraktur
Englisch: scapula fracture

1 Definition

Als Scapulafraktur bezeichnet man eine Fraktur des Schulterblatts (Scapula) beim Pferd.

2 Ätiologie

Die Scapula frakturiert infolge stumpfer Gewalteinwirkungen, durch Stürze, Springen, Gegenrennen, Wenden, Hufschläge und andere traumatische Ereignisse. Häufig kommt es auch gleichzeitig zu schweren Distorsionen des Schultergelenks (Articulatio humeri) sowie zu Lähmungen des Plexus brachialis und/oder zu einer Luxation des Humerus.

In den meisten Fällen liegen gedeckte Splitterfrakturen vor, bei der die Gelenkpfanne (Cavitas glenoidalis) einbezogen ist. Offene Frakturen oder Verletzungen des Schulterblattknorpels (Cartilago Scapulae) kommen vergleichsweise selten vor.

3 Einteilung

Je nach Lokalisation der Fraktur unterscheidet man zwischen

  • Fakturen des Schulterblattkörpers (einschließlich Cavitas glenoidalis, Collum scapulae, Angulus cranialis, Angulus caudalis) und
  • Frakturen der Schulterblattfortsätze (Spina Scapulae, Processus coracoideus, Tuberositas scapulae).

4 Klinik

Das klinische Bild hängt stark von der Form der Fraktur und den gleichzeitig damit verbundenen Komplikationen (z.B. Schultergelenkdistorsion, Lähmung des Plexus brachialis, Humerusluxation u.ä.) ab.

Bei Frakturen der Gelenkpfanne, des Collum scapulae oder der Schulterblattbasis sowie bei Splitterfrakturen leiden die betroffenen Tiere sofort an einer hochgradigen gemischten Lahmheit. Die betroffene Gliedmaße wird nicht mehr belastet und schleift nur noch nach. Unmittelbar auf das Trauma folgt eine Schwellung der betroffenen Region, weshalb eine Palpation nur mehr selten möglich ist.

Die anderen Frakturformen gehen häufig mit weniger stark ausgeprägten Symptomen einher. Die betroffene Gliedmaße wird im Stand nahezu normal belastet, sodass nur in der Anfangsphase eine hochgradige Hangbeinlahmheit vorliegt. Offene Frakturen treten meist zusammen mit eitrigen Wundinfektionen auf, die zu Knorpel- und Knochennekrosen führen. Es bilden sich Fisteln, die fortlaufend übelriechenden Eiter entleeren.

5 Differenzialdiagnosen

Als Differenzialdiagnosen sind Frakturen im proximalen Humerusbereich, Luxationen sowie Subluxationen des Humerus abzuklären.

6 Diagnose

Die Diagnose wird anhand des klinischen Befundes (plötzlich auftretende Lahmheit, Schwellung im Bereich des Schulterblatts) und mithilfe von Röntgenuntersuchungen gestellt.

7 Therapie

Offene Frakturen müssen umgehend chirurgisch behandelt werden (Wunddebridement, Resektion von Knochensplittern, Anlegen einer Drainage). Durch Sequestration von Knochensplittern und Knorpeldefekten kommt es zu Fistelbildungen, die gespalten und ausgeräumt werden müssen.

Transversalfrakturen sowie Frakturen des proximalen Halsbereichs müssen mittels Osteosynthese fixiert werden. Erfolge können hier meist nur bei Jungtieren erzielt werden. Trümmerfrakturen sowie Frakturen im distalen Halsbereich und Frakturen mit Gelenkbeteiligung sind nur schwer zu behandeln. Die Prognose ist hierbei stets als vorsichtig bis schlecht zu werten.

8 Literatur

  • Brehm W., Gehlen H., Ohnesorge B. et al., Hrsg. Handbuch Pferdepraxis. 4., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Enke Verlag; 2016.

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juni 2020 um 11:48 Uhr bearbeitet.

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