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Rhabdovirus

(Weitergeleitet von Rhabdoviridae)

von griechisch: rhabdo – Rundstabförmig
Synonym: Rhabdoviridae
Englisch: rhabdoviruses

1 Allgemeines

Die Familie der Rhabdoviren sind einzelsträngige, nicht segmentierte RNA-Viren mit negativer Polarität. Die wichtigsten Genera für den Menschen sind Lyssaviren, z.B. das Rabiesvirus, und Vesiculoviren, zum Beispiel das Vesiculare Stomatitis Indiana Virus.

2 Einteilung

Es sind über 200 verschiedene Rhabdoviren bekannt, wobei die tatsächliche Zahl vermutlich viel höher liegt. Infiziert werden Säugetiere, darunter auch der Mensch, Fische, Insekten und Pflanzen.

Es werden sechs Genera unterschieden. Darunter ist das Vesiculovirus, das Lyssavirus, das Ephemerovirus, das Novirrhabdovirus, das Cytorhabdovirus und das Nucleorhabdovirus. Die ersten vier befallen Wirbeltiere, die letzten beiden nur Pflanzen.

3 Genom

Das Genom des Rhabdovirus enthält über 11.000 Nukleotide. Ähnlich wie die Paramyxoviren existiert eine konverviertes Polyadenylation als Signal am Ende jedes Genes und kurze Regionen zwischen jedem der fünf Gene.

4 Morphologie

Rhabdoviren sind Partikel von ca. 180 x 70 Nanometer Größe mit einer einzigartigen projektilförmigen Erscheinung. Sie sind mit prominenten Spikes an der Oberfläche bestückt (G-Proteine). Die Umhüllung ist ausgekleidet mit dem Matrixprotein und beeinhaltet das Nukleokapsid (RNA + N Protein). Dieses ist schraubenförmig im Kern aufgewickelt. Zwei nicht-strukturelle Proteine, L und NS, sind mit dem Nukleokapsid verbunden und arbeiten mit der viralen Polymerase zusammen. Wie die meisten behüllten Viren ist der Partikel relativ instabil.

5 Replikation

Die Transmission hängt vom speziellen Virus und auch vom Wirt ab, erfolgt jedoch meistens durch direkten Kontakt. Ein Beispiel hierfür ist das Rabiesvirus, das vor allem durch den Biss von Tieren übertragen wird. In Vivo werden zum Teil sehr lange Inkubationszeiten beobachtet, die sich jedoch nicht bei der Kinetik der Virus-Replikation in der Kulturanzüchtung finden lassen. Der Mechanismus der Replikation besteht darin, dass die G-Protein Spikes an Rezeptoren auf der Wirtszelle binden und das Virus durch Endozytose in die Zelle gelangt und mit der Membran des Vesikels fusioniert.

Es sind keine spezifischen Rezeptoren für das Virus bekannt, es wird jedoch angenommen das es Phospholipide sind, an die das Virus bindet.

Die Replikation ereignet sich im Zytoplasma der Zelle, wobei das L und das NS Protein des Virus benötigt werden.

6 Literaturverzeichnis

  • Conzelmann, K.K. (1998) Nonsegmented Negative-Strand RNA Viruses: Genetics and Manipulation of Viral Genomes. Ann. Rev. Genet. 32: 123-162
  • Fauquet, E.M.,Mayo,M.A., Maniloff, J., Desselgerger, U., Ball, L.A. (2005). Eight Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses, Virus taxonomy, 8th ed. Academic press, San Diego, pp. 630–634.
  • Fu, Z. (1997) Rabies and Rabies research: past, present and future. Vaccine 15, S20-S24
  • Hogenhout SA, et al. (2003) Plant and animal rhabdovirus host range: a bug's view. Trends in Microbiol. 11: 264-271

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Fachgebiete: Virologie

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