Quadratus-lumborum-Block
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LoslegenSynonyme: QL-Block, QLB, Quadratus-lumborum-Blockade
Englisch: quadratus lumborum block
Definition
Der Quadratus-lumborum-Block, kurz QL-Block, ist ein ultraschallgesteuertes Regionalanästhesieverfahren zur Analgesie der Bauchwand. Dabei wird ein Lokalanästhetikum in die Faszienebenen rund um den Musculus quadratus lumborum injiziert.
Hintergrund
Der QL-Block wurde 2007 von Blanco als Weiterentwicklung des TAP-Blocks beschrieben. Im Vergleich zum TAP-Block erreicht er meist eine Ausbreitung über mehr Segmente und eine längere Wirkdauer. Ein Teil des Lokalanästhetikums kann bis in den Paravertebralraum gelangen. Dadurch wird auch eine Wirkung auf viszerale Schmerzen diskutiert.
Je nach Lage der Nadelspitze zum Muskel unterscheidet man vier Varianten:
- lateraler QL-Block (QL1)
- posteriorer QL-Block (QL2)
- anteriorer bzw. transmuskulärer QL-Block (QL3)
- intramuskulärer QL-Block
Anatomie
Der Musculus quadratus lumborum entspringt an der Crista iliaca und am Ligamentum iliolumbale. Er setzt an der 12. Rippe und an den Processus costalis der Lendenwirbel 1 bis 4 an. Der Muskel wird von Blättern der Fascia thoracolumbalis umgeben. Ventral von ihm liegt der Musculus psoas major, dorsal der Musculus erector spinae.
Indikationen
Der QL-Block kann in folgenden Situationen zur Analgesie eingesetzt werden:
- Analgesie nach Sectio caesarea
- Eingriffe im Unterbauch und an der Niere, z.B. Nephrektomie
- Hüftchirurgie (v.a. anteriorer QL-Block)
Für den geburtshilflichen Einsatz ist die S1-Leitlinie „Die geburtshilfliche Analgesie und Anästhesie“ zu berücksichtigen.[1]
Vorgehen
Der Patient befindet sich je nach Variante in Rücken- oder Seitenlage. Der QL-Block wird ultraschallgesteuert in In-Plane-Technik durchgeführt. Meist wird ein Konvexschallkopf verwendet. Das Vorgehen umfasst folgende Schritte:
- Die Punktionsstelle wird mit Desinfektionsmittel abgewaschen und steril abgedeckt
- Im Bereich der Einstichstelle erfolgt eine Lokalanästhesie
- Der Schallkopf wird oberhalb des Beckenkamms an der seitlichen Bauchwand aufgesetzt und nach dorsal geführt, bis der Musculus quadratus lumborum dargestellt ist
- Für den anterioren Zugang wird der Querfortsatz von L4 mit Musculus psoas major, Musculus erector spinae und Musculus quadratus lumborum dargestellt (sog. Kleeblatt-Zeichen, engl. shamrock sign)
- Die Nadelspitze wird je nach Variante seitlich, hinter, vor oder in den Musculus quadratus lumborum geführt
- Nach negativer Aspiration wird das Lokalanästhetikum (ca. 20 ml pro Seite, z.B. Ropivacain) fraktioniert injiziert
Komplikationen
Mögliche Komplikationen sind:
- Schwäche der Beinmuskulatur durch Ausbreitung zum Plexus lumbalis (Sturzgefahr)
- Blutdruckabfall
- Lokalanästhetika-Intoxikation, v.a. bei beidseitiger Anwendung
- Gefäßpunktion, Hämatom
- Infektion
- Verletzung von Niere oder Bauchorganen (sehr selten)
Kontraindikationen
Kontraindikationen umfassen:
- Ablehnung durch den Patienten
- Infektion im Bereich der Punktionsstelle
- Allergie gegen Lokalanästhetika
- relative Kontraindikation: Gerinnungsstörungen. Bei antithrombotischer Medikation sind für den QL-Block als tiefe Blockade die Sicherheitsabstände und Gerinnungsvoraussetzungen wie bei neuraxialen Verfahren zu beachten. Die Ultraschallführung erlaubt keine Verkürzung dieser Abstände; erforderlich ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung.[2]
siehe auch: TAP-Block, ESP-Block
Literatur
- Blanco R, Ansari T, Girgis E. Quadratus lumborum block for postoperative pain after caesarean section: a randomised controlled trial. Eur J Anaesthesiol, 2015
- Elsharkawy H, El-Boghdadly K, Barrington M. Quadratus Lumborum Block: Anatomical Concepts, Mechanisms, and Techniques. Anesthesiology, 2019
Quellen
- ↑ AWMF: S1-Leitlinie Die geburtshilfliche Analgesie und Anästhesie, Registernummer 001-038, Version 2.0, Stand 02.06.2026, abgerufen am 26.10.2026
- ↑ Kietaibl et al., Regional anaesthesia in patients on antithrombotic drugs: Joint ESAIC/ESRA guidelines, Eur J Anaesthesiol, 2022