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Pyotraumatische Dermatitis (Hund)

Synonym: Hot Spot
Englisch: pyotraumatic dermatitis

1 Definition

Als pyotraumatische Dermatitis oder "Hot Spot" bezeichnet man eine Form der oberflächlichen Pyodermie beim Hund, die durch eine lokal begrenzte Entzündung der Haut gekennzeichnet ist.

2 Ätiologie

Pyotraumatische Dermatitiden werden durch die bakterielle Besiedlung kleiner Hautwunden mit unspezifischen Keimen (z.B. Staphylococcus intermedius) verursacht. Prädisponierende Faktoren sind Insektenstiche und allergische Reaktionen auf diese, insbesondere infolge von Flohstichen. Zusätzlich können Futtermittelallergien sowie kleine Traumata und Reizungen initial Juckreiz (Pruritus) verursachen.

3 Pathogenese

Durch verschiedene Noxen (z.B. Flohstiche) kommt es zu starkem Juckreiz an der betroffenen Körperstelle (häufig am Oberschenkel oder an der Wange). Betroffene Tiere beginnen dann zu kratzen und zu knabbern (Automutilation), weshalb es zu oberflächlichen Verletzungen und Kontamination mit Keimen der Haut kommt. Durch ein feucht-warmes Milieu (v.a. in Hautfalten) wird das Wachstum der Bakterien gefördert, sodass es letztendlich zu einer lokalen Infektion kommt.

Dichtes Fell (z.B. beim Neufundländer, Retriever oder Labrador) und feucht-warmes Wetter begünstigen die Ausbildung einer pyotraumatischen Dermatitis.

4 Klinik

Innerhalb weniger Stunden entstehen nässende, erythematöse und oft sehr schmerzhafte Läsionen auf der Hautoberfläche, bei der das Exsudat mit den umliegenden Haaren verklebt. Durch das vorausgegangene Kratzen sind die betroffenen Stellen häufig haarlos.

In der Zytologie können massenhaft Bakterien und neutrophile Granulozyten nachgewiesen werden.

5 Diagnose

Die Verdachtsdiagnose wird anhand des typischen klinischen Bildes, des Zeitpunkts (gehäuft in den Sommermonaten) sowie des schnellen Verlaufs der Erkrankung gestellt. Die Diagnosesicherung erfolgt mithilfe eines Hautgeschabsels und anschließender mikroskopischer Untersuchung der entnommenen Probe nach HE-Färbung.

6 Therapie

Die betroffenen Hautareale müssen großflächig geschert und mehrmals täglich mit antiseptischen Lösungen (z.B. Chlorhexidin oder Povidon-Iod) behandelt werden. Zusätzlich sind die entzündeten Areale zu kühlen. Um weitere Automutilation zu verhindern, sollten die Tiere für die Dauer der Abheilung einen Halskragen tragen.

Je nach Ausprägung können lokal oder gar systemisch verabreichte Breitbandantibiotika sowie kurzwirksame Kortikosteroide den Heilungsverlauf begünstigen.

7 Literatur

  • Linek M. Hautkrankheiten. 2012. In: Suter PF, Kohn B, Schwarz G. (Hrsg.). Praktikum der Hundeklinik. 11., überarbeitete und erweiterte Auflage Stuttgart: Enke Verlag in MVS Medizinverlag Stuttgart GmbH & Co. KG, 406.

Diese Seite wurde zuletzt am 10. August 2020 um 23:53 Uhr bearbeitet.

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