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Staphylococcus intermedius

von griechisch: staphyle - Traube, Zapfen und kokkos - Beere, Korn; lateinisch: intermedius - in der Mitte/dazwischen liegend
Englisch: Staphylococcus intermedius

1 Definition

Staphylococcus intermedius ist ein sporenbildendes, grampositives und fakultativ anaerobes Bakterium aus der Gattung Staphylococcus, das zu den Koagulase-positiven Staphylokokken gehört.

2 Systematik

Seit 2005 existiert eine Aufteilung der Staphylococcus-intermedius-Gruppe (SIG) in S. intermedius, S. pseudointermedius und S. delphini, wobei kaum morphologische Unterschiede zwischen diesen Untergruppen bestehen.

3 Morphologie

Das Bakterium weist, wie alle Staphylokokken, eine kugelförmig-rundliche Gestalt einzelner Kokken in einem traubenförmigen Zellverbund auf. Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1967 durch den tschechischen Mikrobiologen Vraclav Hajek.

4 Klinik

Infektionen beim Menschen treten vermutlich eher selten auf. Die genaue Verbreitung ist bislang jedoch nicht bekannt, da die eigentlichen Erreger in der Diagnostik oftmals mit dem eng verwandten Staphylococcus aureus verwechselt werden. Identifizierte Infektionsfälle mit Staphylococcus intermedius bzw. pseudointermedius gehen auf einen engen Kontakt (Speichelkontakt oder Bisse) mit Tieren, insbesondere mit Hunden, zurück. Beschrieben werden in diesem Zusammenhang unkomplizierte und komplizierte Bakteriämien mit Hautabszessen und anderen lokalen Weichteilinfektionen sowie Atemwegsinfektionen.

5 Veterinärmedizin

Staphylococcus pseudointermedius wird auch als die Hunde- und Katzenvariante des beim Menschen krankheitserregenden Staphylococcus aureus bezeichnet. Als Bestandteil der residenten Hautflora tritt das Bakterium nicht nur bei Hunden und Katzen, sondern auch bei Nerzen, Waschbären, Ziegen oder Füchsen auf. Staphylococcus intermedius kolonisiert in der Regel Tauben und andere Vögel.

Alle Erreger der SI-Gruppe sind für einen Großteil unterschiedlicher Eiterinfektionen bei Tieren verantwortlich. Das Infektionsgeschehen kann sich diesbezüglich, besonders bei immunsupprimierten Tieren, auf alle Regionen des Körpers erstrecken.

6 Literatur

  • Rolle, M.; Mayr, A.; Gedek, B. (1993): Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre für Tierärzte, Biologen, Agrarwissenschaftler und Interessierte aus benachbarten Fachgebieten. Lehrbuch für Praxis u. Studium; 152 Tabellen. 6., neu bearb. u. erw. Aufl. Stuttgart: Enke.
  • Wang, N. et al (2013): Staphylococcus Intermedius Infections: Case Report and Literature Review.

Fachgebiete: Bakteriologie

Diese Seite wurde zuletzt am 23. Januar 2021 um 13:24 Uhr bearbeitet.

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