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Puerperale Intoxikation und Infektion (Pferd)

Englisch: puerperal intoxication und infection

1 Definition

Als puerperale Intoxikation und Infektion bezeichnet man eine nach der Geburt auftretende Komplikation beim Pferd, die infolge einer Endometritis puerperalis entsteht.

2 Ätiopathogenese

Die puerperale Intoxikation und Infektion entwickelt sich meist infolge einer puerperalen Endometritis und/oder einer Nachgeburtsverhaltung (Retentio secundinarum). Es kommt zur Resorption von Toxinen (Intoxikation) und/oder Keimen (Infektion) aus dem Uterus und zu einer anschließenden hämatogenen Streuung in den gesamten Organismus.

In seltenen Fällen kann die Infektion der Gebärmutter bereits ante partum bzw. sub partu stattgefunden haben und sich somit unabhängig vom Verlauf des Puerperiums manifestieren.

3 Symptome

Da die puerperale Intoxikation und Infektion fast immer die Folge einer puerperalen Endometritis und/oder eines Nachgeburtsverhaltens ist, können initial meist nur lokale Symptome (z.B. vermehrter Vaginalausfluss) beobachtet werden. Erst nach der Resorption der Toxine bzw. der Keime kommt es zu einer systemischen Erkrankung. Dabei treten folgende Symptome häufig auf:

4 Diagnostik

Zusätzlich zur Durchführung einer allgemein klinischen und gynäkologischen Untersuchung sollte ein Differenzialblutbild angefertigt werden, um eine systemische Erkrankung bestätigen zu können.

5 Therapie

Ziel der Therapie ist es, neben den Krankheitserregern auch den pathologischen Uterusinhalt so schnell wie möglich zu entfernen und die Uterusinvolution zu beschleunigen.

Zusätzlich ist eine parenterale antibiotische Therapie und die Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika (NSAIDs) über mindestens drei Tage indiziert. Unabhängig vom Lochialbefund muss der Uterus ein- bis mehrmals täglich mit körperwarmer 0,9%iger NaCl-Lösung gespült werden. Die Spülungen werden so lange fortgesetzt, bis die ablaufende Flüssigkeit klar ist. Die Entleerung des Uterus wird durch die zusätzliche Gabe von Oxytocin (mehrmals täglich) gefördert.

Geschwächte Stuten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (Dauertropfinfusion) versorgt werden. Sowohl zur Therapie als auch zur Prophylaxe einer Geburtsrehe sind weitere lokale Maßnahmen (Kühlen, Hochstellen der Trachten, Spezialbeschläge u.ä.) durchzuführen.

6 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. April 2020 um 23:48 Uhr bearbeitet.

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