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Pseudotuberkulose

Synonyme: Lymphadenitis caseosa, käsige Lymphadenitis

1 Definition

Die Pseudotuberkulose ist eine durch Bakterien der Gattung Corynebacterium pseudotuberculosis hervorgerufene Infektionserkrankung bei Ziegen und Schafen. Ihre Bezeichnung deutet auf eine bestimmte Ähnlichkeit zur Tuberkulose hin. Typisch für die Pseudotuberkulose ist ein eitriger Befall der Lymphknoten, der jedoch in den meisten Fällen völlig symptomfrei verläuft. Die Erkrankung fällt meistens erst post mortem, beispielsweise bei der Schlachtung der Tiere auf. Junge Individuen sind selten betroffen.

2 Verbreitung

Es gibt keine Gebiete auf der Erde, in denen die Pseudotuberkulose gehäuft auftritt. Sie kommt mit wenigen Ausnahmen weltweit und meistens sporadisch vor.

3 Ansteckung

Die Ansteckung erfolgt über infiziertes Sekret zumeist in Form von Eiter oder Kot. Hier kommt es zu einer Aufnahme der Krankheitserreger über offene Wunden. Fälle von Ansteckungen über die Blutbahn oder den Darm sind bekannt, kommen jedoch eher selten vor. Im Gegensatz zu vielen anderen Tierseuchen wie beispielsweise der Moderhinke, sind Masseninfektionen bei der Pseudotuberkulose selten. Meistens sind nur vereinzelte Tiere innerhalb einer Herde infiziert. Schlechte Haltungsbedingungen der Tiere erhöhen das Erkrankungsrisiko.

4 Erreger

Das Bakterium Corynebacterium pseudotuberculosis ist stäbchenförmig gebaut und gilt als äußerst widerstandsfähig. Kommt es mit dem Kot in den Boden, bleibt es auch unter extremen Witterungsverhältnissen lange Zeit infektiös. Es handelt sich um ein gram-positives Bakterium.

5 Symptome

Zahlreiche Fälle der Pseudotuberkulose verlaufen asymptomatisch. Auch das Verhalten der Tiere ist nicht nennenswert verändert. Klinisch auffällig wird die Infektion erst, wenn befallene und geschwollene Lymphknoten bestimmte Organe und Strukturen einengen. Selten kommt es durch betroffene Halslymphknoten zu einer Kompression der Trachea mit Atemproblemen. Extrem selten sind Entzündungen im Euter, der Gebärmutter oder der Leber zu beobachten. Sind vornehmlich oberflächennahe Lymphknoten infiziert, können sichtbare und auf Druck schmerzhafte Schwellungen an den entsprechenden Körperstellen auftreten.

6 Diagnose

Eine Diagnose im eigentlichen Sinne wird oft erst bei einer Autopsie des Tierkadavers gestellt. Hierbei sind die für die Pseudotuberkulose typischen eitrigen Abszesse innerhalb der Lymphknoten festzustellen. Der Eiter besitzt eine grünlich-gelbe Farbe und ähnelt von der Konsistenz her Käse. Mitunter können solche Eiterherde auch verkalken. Charakteristisch ist eine Umhüllung der Abszesse durch eine Bindegewebshülle.

7 Therapie

Meistens erfolgt keine Therapie, weil die Erkrankung nicht in Erscheinung tritt. Sollte es zu Lebzeiten zu einem Aufbrechen von oberflächlichen Lymphknoten kommen, sollten diese chirurgisch entfernt und das umliegende Areal gründlich desinfiziert werden. Grundsätzlich sollte auf eine ausreichende Stallhygiene geachtet werden. Für den seltenen Fall einer großflächigen Ausbreitung innerhalb einer Herde existiert die Möglichkeit einer Schutzimpfung gegen den Erreger.

Fachgebiete: Veterinärmedizin

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