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Pharyngitis granulosa

D. Giorgianni
Medizinpädagoge/in
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Die Pharyngitis granulomatosa ist eine Sonderform der chronischen Pharyngitis, die durch eine granuläre Umwandlung der Rachenschleimhaut gekennzeichnet ist. Sie wird klinisch häufig als Unterform der chronischen hypertrophen Pharyngitis eingeordnet und betrifft vor allem die hintere Pharynxwand.

Definition und Pathophysiologie

Bei der Pharyngitis granulomatosa kommt es zu einer Hyperplasie des lymphatischen Gewebes in der Rachenschleimhaut. Diese zeigt sich makroskopisch als multiple, rundliche, erhabene Granula („körnige“ Schleimhautstruktur). Pathophysiologisch liegt eine chronische immunologische Reizung zugrunde, die zu einer Aktivierung des mukosaassoziierten lymphatischen Gewebes (MALT) führt (Kasper et al., 2018).

Die persistierende Entzündung führt zu strukturellen Veränderungen, die sich von der akuten Pharyngitis durch ihren langanhaltenden Verlauf und die Gewebeproliferation unterscheiden.

Ätiologie

Die Erkrankung ist multifaktoriell bedingt. Zu den wichtigsten Ursachen zählen:

  • Chronische Infektionen (viral oder bakteriell)
  • Exogene Reize wie Tabakrauch oder Luftverschmutzung
  • Trockene Schleimhäute (z. B. durch klimatisierte Räume)
  • Postnasal-Drip bei chronischer Rhinosinusitis
  • Laryngopharyngealer Reflux (LPR)

Insbesondere die wiederholte Schleimhautreizung gilt als zentraler pathogenetischer Mechanismus (Windfuhr & Toepfner, 2020).

Klinik

Die Symptomatik ist meist unspezifisch, aber chronisch persistierend. Häufig berichten Patient:innen über:

  • Fremdkörpergefühl („Globusgefühl“)
  • Räusperzwang
  • trockenen Reizhusten
  • leichte Dysphagie
  • Schleimansammlung im Rachen

Objektiv imponiert eine gerötete, granulierte hintere Rachenwand, die bei der Inspektion typisch erscheint (Böhm et al., 2019).

Diagnostik

Die Diagnose wird primär klinisch gestellt. Die Pharyngoskopie zeigt die charakteristischen Granula entlang der hinteren Pharynxwand.

Differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind:

Bei unklaren Befunden kann eine weiterführende Diagnostik (z. B. Abstrich, Endoskopie) indiziert sein.

Therapie

Die Behandlung richtet sich primär nach der zugrunde liegenden Ursache und erfolgt meist konservativ:

  • Elimination von Noxen (z. B. Rauchstopp)
  • Hydration und Schleimhautpflege (Inhalationen, Luftbefeuchtung)
  • Behandlung von Reflux oder Rhinosinusitis
  • ggf. lokale Antiphlogistika

In therapierefraktären Fällen kann eine lokale Verödung hypertropher Areale durch HNO-ärztliche Maßnahmen erwogen werden (Windfuhr & Toepfner, 2020).

Prognose

Die Pharyngitis granulomatosa ist eine benigne, aber chronisch verlaufende Erkrankung. Die Prognose ist günstig, sofern auslösende Faktoren konsequent behandelt oder vermieden werden. Eine vollständige Rückbildung der Schleimhautveränderungen ist jedoch nicht immer erreichbar.

Literaturverzeichnis

Böhm, A., Grevers, G., & Leunig, A. (2019). Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer.

Kasper, D. L., Fauci, A. S., Hauser, S. L., Longo, D. L., Jameson, J. L., & Loscalzo, J. (2018). Harrison's Principles of Internal Medicine (20th ed.). McGraw-Hill.

Windfuhr, J. P., & Toepfner, N. (2020). Chronische Pharyngitis: Klinik und Therapie. Laryngo-Rhino-Otologie, 99(S 01), S142–S156.

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