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Panaritium

1 Definition

Unter dem Panaritium versteht man eine unspezifische, eitrige Entzündung an den Zehen und an den Fingern.

2 Ätiopathogenese

Das Panaritium wird am häufigsten durch eine Infektion mit Staphylokokken und Streptokokken, seltener durch eine Infektion mit anderen Bakterien verursacht.

Die Erreger treten durch kleine Verletzungen im Bereich der Haut, durch Bisswunden oder durch Stichwunden in den menschlichen Körper ein. Lokal führen sie zunächst zu einer Einschmelzung des Gewebes.

3 Klinik

Die betroffenen Patienten klagen über pulsierende Schmerzen im Bereich des Fingers bzw. der Zehe. Der Finger bzw. die Zehe ist gerötet und geschwollen und ist in ihrer bzw. seiner Funktion eingeschränkt.

Fieber, Schüttelfrost sowie ein Anschwellen der benachbarten Lymphknoten wird erst bei einer Ausdehnung der Infektion beobachtet.

4 Komplikationen

Zu den möglichen Komplikationen gehören eine Nekrose der Sehnenscheiden und eine Phlegmone der Hohlhand oder des Unterarmes. Weiterhin möglich sind eine Infektion von angrenzenden Gelenken, Kontrakturen und Bewegungseinschränkungen, falls die Entzündung zu einer Verklebung der Sehnen geführt hat.

5 Formen

Man unterscheidet oberflächliche von tiefen Formen.

5.1 Oberflächliche Formen

Zu diesen gehören:

  • Paronychie: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung des Nagelwalls.
  • Panaritium per- und subunguale: Diese entwickeln sich aus einer Paronychie. Hierbei ist das gesamte Nagelbett bzw. der gesamte Nagelwall entzündet.
  • Panaritium subcutaneum: Bei dieser Form ist das Unterhautgewebe eitrig entzündet.
  • Panaritium cutaneum: Diese Form imponiert durch eine Abhebung der Epidermis in Blasen.

5.2 Tiefe Formen

Zu diesen gehören:

  • Panaritium ossale: Bei dieser Form hat das Panaritium subcutaneum auf den Knochen übergegriffen.
  • Panaritium tendinosum: Man spricht von einem Panaritium tendinosum, wenn sich ein Panaritium subcutaneum auf die Sehnen ausgebreitet hat.
  • Panaritium articulare: Bei dieser Form ist das Panaritium subcutaneum auf Gelenke übergetreten.

6 Diagnostik

In der Regel führt die Klinik zur Diagnose. Das Fortschreiten der Erkrankung führt zum einen zu systemischen Reaktionen wie Fieber und Erhöhung der Entzündungsparameter (CRP, BSG, Leukozyten) und zum anderen zu Erosionen an den Knochen, zur Entkalkung angrenzender Knochen sowie zur Gelenkspaltverschmälerung, welche auf einem Röntgenbild erkennbar sind.

7 Therapie

Bei den oberflächlichen Formen erfolgen eine Inzision und eine Spülung. Es folgt die Anlage eines feuchten Ethacridinlactat-Umschlages. Danach erfolgt eine Ruhigstellung in einer Gipsschiene.

Die tiefen Formen bedürfen einer operativen Inzision mit Spülung in Allgemeinanästhsie. Auch hier erfolgt anschließend eine Ruhigstellung in einer Gipsschiene sowie die Verordnung eines Antibiotikums.

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Fachgebiete: Chirurgie, Dermatologie

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