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Oxyuris equi

von altgriechisch: oxys - scharf, spitz; ura - Schwanz

1 Definition

Als Oxyuris equi bezeichnet man einen Parasiten aus der Ordnung Oxyurida, der Erreger der Oxyurose der Equiden ist.

2 Taxonomie

3 Erreger

Die adulten Männchen sind mit einem Spiculum (120 bis 200 µm lang) ausgestattet und erreichen eine Länge von 0,9 bis 1,2 cm. Die Weibchen werden zwischen 4 und 15 cm lang und sind somit deutlich größer als die Männchen. Die Größenunterschiede sind hauptsächlich durch die unterschiedlich spitz ausgezogenen ("pfriemenförmigen") Hinterenden bedingt. Die Vulva ist etwa 7 bis 8 mm vom Vorderende entfernt.

Die adulten Parasiten besitzen an ihrem vorderen Ende zwei laterale Lippen, auf denen sich zwei Papillen befinden. Die Mundkapsel ist kurz ausgebildet und am Grund mit borstenartigen Gebilden versehen. Der Ösophagus weist an beiden Enden Auftreibungen auf und ist im Mittelabschnitt sanduhrartig verengt. Die kaudale Auftreibung (Bulbus) ist mit einem Klappenapparat versehen.

Die leicht asymmetrischen Eier sind 85 - 95 x 40 - 45 μm groß, oval und am vorderen Pol abgeschrägt sowie gedeckelt (Operculum). Die Eihülle ist besonders dick und der Inhalt ist eine U-förmige Larve.

4 Entwicklung

Die adulten Oxyuren leben im Caecum und Colon von Equiden. Die graviden Weibchen begeben sich zum Enddarm, um aus dem Anus auszuwandern. Dort legen sie innerhalb weniger Minuten zwischen 8.000 und 60.000 Eier ab und gehen anschließend zugrunde.

Die im Gastrulstadium befindlichen Eier sind von einer viskösen, durchsichtigen Flüssigkeit umgeben, um im perianalen Bereich in Form von Schnüren ("Eischnüre") kleben zu bleiben. Während die Eier trocknen, entsteht ein Juckreiz, der die Tiere zum Scheuern und somit zum Abstreifen der Eier veranlasst.

Im Ei entwickeln sich binnen 3 bis 5 Tage infektiöse Drittlarven (L3). Nachdem diese peroral durch einen geeigneten Wirt aufgenommen werden, schlüpfen die Larven im Dünndarm. Anschließend erfolgt ein Häutungsvorgang zur Viertlarve (L4), die sich dann an der Schleimhaut festsaugt, um Schleimhautgewebe und Blut aufzunehmen. Indem sich die Würmer von der festgesetzten Stelle loslassen und erneut ansaugen, wandern sie bis zur magenähnlichen Erweiterung des dorsalen Colons. Dort häuten sie sich 7 bis 8 Wochen p.i. zum präadulten Stadium und erreichen schließlich nach weiteren 12 bis 14 Wochen die Geschlechtsreife.

Die Männchen sterben nach der Kopulation ab. Nach ca. 4,5 Monaten p.i. wandern die ersten Weibchen zum Anus (Präpatenz).

5 Epidemiologie

Oxyuris-equi-Infektionen kommen weltweit mit Prävalenzen von 10 bis 40 % vor. Einer Studie aus Norddeutschland zufolge waren sogar bis zu 100 % der Pferde infiziert und enthielten bis zu 4.500 Exemplare.

6 Infektiosität

Da die in das Streu oder auf die Weide gelangten Eier (mitsamt den Drittlarven) äußerst widerstandsfähig sind, bleiben sie über Monate hinweg infektiös. Eine Infektion kann bei allen Altersklassen beobachtet werden.

7 Klinik

Bislang (2019) konnte den intestinalen Stadien von Oxyuris equi keine pathogene Bedeutung zugemessen werden. Durch das Auswandern der Weibchen aus dem Anus und das Antrocknen der viskösen Flüssigkeit, welche die Eier umgibt, kommt es zum Juckreiz und Unruhigwerden der Tiere. Das Scheuern an Pfosten und ähnlichen Gegenständen führt zu Läsionen und Haarverlust - besonders dorsal an der Schweifrübe ("Rattenschwanz").

8 Literatur

  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005

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