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Ollulanus tricuspis

von lateinisch: ollula - Topf; von griechisch: tri - drei; von lateinisch: cuspis - Spitze, Stachel
Synonyme: Ollulanus suis, Ollulanus skrjabini

1 Definition

Ollulanus tricuspis ist ein Parasit der Gattung Ollulanus und Erreger der Ollulanose, einer chronischen Gastritis der Katze.

2 Taxonomie

3 Morphologie

Ollulanus tricuspis ist ein 0,7 bis 0,8 Millimeter (♂) bzw. 0,8 bis 1 mm (♂) großer Parasit mit einer kleinen und kelchartigen Mundkapsel. Die Männchen besitzen eine deutliche Bursa copulatrix sowie zwei Spicula. Die Nematoden weisen an ihrem hinteren Ende charakteristisch drei oder mehr Zacken auf, wobei ihr Vorderende aufgerollt erscheint.

4 Epidemiologie

Die Parasiten leben bevorzugt im Magen von Katzen, Wildkatzen sowie anderen Feliden (Löwe, Tiger, Gepard in Zoos) und befallen seltener auch Hunde, Füchse und Schweine. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über viele Länder Europas, wobei die Nematoden auch in außereuropäische Gebiete vorkommen, z.B. Nord- und Südamerika, Russland, Ägypten, Türkei, Australien und Neuseeland.

Die Prävalenz bei streunenden Katzen in Dänemark beträgt 13 % und in Portugal 31 %. Älteren Untersuchungen zufolge sind in Deutschland zwischen 12 und 40 % der freilaufenden Katzen mit Ollulanus tricuspis infiziert.

5 Entwicklung

Der Entwicklungszyklus von Ollulanus tricuspis ist ungewöhnlich. Die Weibchen setzen die Larven ab, die sich dann im Magen zu geschlechtsreifen Stadien weiterentwickeln. Aufgrund der lokalen Reizung werden die Parasiten erbrochen, wobei sie dann wieder von neuen Wirten peroral aufgenommen werden.

6 Pathogenese

Da die Parasiten bevorzugt im Magen leben, verursachen sie aufgrund ihrer Lebensweise eine chronische und katarrhalische Gastritis, die zu einer vermehrten Schleimproduktion, Epithelhyperplasie, Erosionen und zellulären Infiltraten sowie Sklerosierung der Magenmukosa führen. Die Nematoden können bei längerer Krankheitsdauer auch ulzerative Ösophagitiden und eventuell auch Adenokarzinome begünstigen.

7 Klinik

Betroffene Katzen leiden an Inappetenz, Abmagerung, rezidivierendem Erbrechen und selten auch an Durchfall.

8 Diagnostik

Die Diagnose wird nach induziertem Erbrechen (z.B. mit Xylazin 0,5 bis 1 mg/kgKG i.m.) und anschließender makroskopischer sowie mikroskopischer Untersuchung des Erbrochenem gestellt. Koproskopische Untersuchungsverfahren sind nicht geeignet.

Hinweis: Diese Dosierungsangaben können Fehler enthalten. Ausschlaggebend ist die Dosierungsempfehlung in der Herstellerinformation.

9 Literatur

  • Deplazes P, Joachim A, Mathis A, Strube C, Taubert A, von Samson-Himmelstjerna G, Zahner H. 2020. Parasitologie für die Tiermedizin. 4., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-242138-7

Diese Seite wurde zuletzt am 3. November 2021 um 13:02 Uhr bearbeitet.

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